Der karibische Inselstaat Antigua und Barbuda, bestehend aus zwei Hauptinseln, erlangte 1981 seine Souveränität von Großbritannien. Trotz der Unabhängigkeit verblieb das Land als konstitutionelle Monarchie im Commonwealth, wobei der britische Monarch formell das Staatsoberhaupt stellte.
Am Dienstag wurde der wiedergewählte Premierminister Gaston Browne vereidigt – erstmals ohne einen Treueschwur auf die britische Krone. Eine Ende 2024 vom Parlament beschlossene Verfassungsänderung hatte die bislang erforderliche Loyalitätsbekundung gegenüber König Charles III. und seinen Nachfolgern aus dem Amtseid gestrichen. Nach der Neufassung geloben gewählte Amtsträger nun ihre Treue gegenüber Antigua und Barbuda, dessen Verfassung und Gesetzen.
Die Vereidigung erfolgte nur wenige Tage nach Brownes viertem Wahlsieg in Folge. Damit verlängerte sich die bereits über ein Jahrzehnt andauernde Regierungszeit seiner Partei erneut. Browne hatte die vorgezogene Neuwahl fast zwei Jahre vor dem regulären Termin angesetzt – angesichts globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten suchte er ein frisches Mandat. Der Urnengang endete mit einem Erdrutschsieg für seine Labour Party von Antigua und Barbuda, die 15 der 17 Parlamentssitze des Landes eroberte.
Trotz des geänderten Eides bleibt Antigua und Barbuda Mitglied des Commonwealth, und der britische Monarch behält formal die Rolle des Staatsoberhaupts. Fünfzehn der 56 Commonwealth-Staaten erkennen den britischen Monarchen weiterhin als ihr rechtliches Oberhaupt an. Barbados hatte sich 2021 als jüngster karibischer Staat zur Republik erklärt, verblieb aber innerhalb des Commonwealth.
Auch in Großbritannien selbst ist die Diskussion um die Zukunft der Monarchie intensiver geworden. Laut einer Erhebung von “British Social Attitudes” aus dem Jahr 2025 war die Unterstützung für dieses Institution auf den tiefsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1983 gefallen: Nur noch 51 Prozent der Befragten sprachen sich für ihren Fortbestand aus.
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