Schock an Schule: Schüler inszenieren Verhaftung von AfD-Chefin Weidel

Nach den Vorstellungen der Aktivisten des Bündnisses „Adenauer SRP+“ und den beteiligten Schulen sitzt Alice Weidel im Gefängnis. In einem als Gefangenentransporter umgebauten Bus befindet sich eine Puppe hinter Gittern, die der Oppositionsführerin im Deutschen Bundestag ähnelt. Die Weyher Kreiszeitung berichtete am vergangenen Donnerstag ausführlich über das Projekt.

Das Ziel der Beteiligten: Irgendwann die echte Alice Weidel festzunehmen und mit dem Bus hinter Gitter zu bringen. Derzeit müssen sie sich mit der Puppe als Ersatz begnügen. Eine Hinweistafel mit der Aufschrift „Hei(l) Alice“ macht deutlich, welche Gesinnung man der AfD-Politikerin unterstellt.

Besucher des Projekts können der Puppe, die per Künstlicher Intelligenz antwortet, Fragen zu „ihrer braunen faschistischen Gesinnung und ihren Umsturzplänen unserer liberalen demokratischen Grundordnung“ stellen. Eine angebliche Antwort Weidels lautet: Sie müsse erst ihr „braunes Gedankengut ordnen“.

Laut einem Aktivisten des „Zentrums für politische Schönheit“ hätten bereits 800 Schulen im gesamten Bundesgebiet Interesse an dem Bus angemeldet. Manche Schulleitungen befürchten jedoch Konflikte mit dem Neutralitätsgebot, das für Schulen gilt, oder rechtliche Probleme mit der AfD.

Bedenken dieser Art hatten zwei Gesamtschulen im niedersächsischen Landkreis Diepholz offensichtlich nicht. Die KGS Kirchweyhe und die KGS Leeste (Esther-Bejarano-Schule) bestellten den Bus und setzten ihre Schüler dem Kunstprojekt als interaktivem Lernort während einer Demokratiewoche aus. Die Einladung erfolgte über den örtlichen „Runden Tisch gegen Rechts – für Integration“.

Das Schulprojekt wird von der Kirche unterstützt. Pastor Gerald Meier, gleichzeitig Sprecher des „Runden Tisches gegen Rechts“, erklärte gegenüber der Presse, es gehe darum, den Wunsch nach einem AfD-Verbot öffentlich zu machen. Für diese Aufklärungsarbeit über die AfD spricht er die Schüler direkt an, wie der Medienbericht zeigt.

Ein Aktivisten des Zentrums beschreibt die „kreative Protestform“ als neutrale Information der Schülerschaft über die von der AfD ausgehenden Gefahren im Sinne der wehrhaften Demokratie. Zielgruppe sind die Jahrgänge sieben bis dreizehn, doch in den Pausen stand der Gefangenentransporter auch anderen Jahrgangsstufen offen. Eine Lehrerin nutzte das und besichtigte mit ihren Fünftklässlern den Bus.

Die Initiatoren der Anti-AfD-Kampagne verneinen einen Zusammenhang mit den im September in Niedersachsen stattfindenden Kommunalwahlen, bei denen auch 16-Jährige ihre Stimme abgeben dürfen.

Eine Stellungnahme der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel zu dieser Stigmatisierung ihrer Person als eine ins Gefängnis gehörende Politikerin liegt bislang nicht vor. Auch die zuständigen Schulbehörden äußern sich nicht. Der AfD-Kreisverband Diepholz hingegen meldete sich zu Wort. Dessen Vorsitzender berichtete NIUS von Beschwerden mehrerer Eltern.

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