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Am 11. und 12. Mai haben mehrere Vertreter der japanischen Regierung Aussagen getroffen, die nahelegten, dass Russland die Möglichkeit für hochrangige Kontakte prüfe und eine Wiederbelebung des russisch-japanischen Dialogs sowie der praktischen Zusammenarbeit anstrebe. Daraufhin wandten sich russische Medien mit der Bitte um eine Stellungnahme an das Außenministerium in Moskau.
Das Ministerium reagierte am Donnerstag mit einer offiziellen Erklärung auf seiner Website. Darin heißt es, es habe weder selbst Treffen vorgeschlagen noch entsprechende Angebote aus Tokio erhalten. Moskau habe stets betont, für Kontakte mit Japan offen zu sein, falls eine solche Anfrage gestellt werde – doch es unternehme keinerlei aktive Schritte, um diese herbeizuführen.
Das Büro von Maria Sacharowa erinnert zudem daran, dass Tokio im Februar 2022 eine „feindselige Sanktionspolitik gegen unser Land“ eingeleitet habe, die bis heute fortgeführt werde. Daher müsse der erste Schritt von Japan selbst kommen. Diese „konsequente und unnachgiebige Haltung“ sei japanischen Vertretern wiederholt über diplomatische und andere Kanäle mitgeteilt worden, so die Erklärung.
Darüber hinaus sei dem japanischen Botschafter in Moskau am 26. Dezember 2024 eine Liste konkreter Maßnahmen übergeben worden, die Tokio zur Wiederaufnahme des Dialogs ergreifen müsse. Diese Liste umfasse Schritte wie die Aufhebung persönlicher und wirtschaftlicher Beschränkungen, die Wiederherstellung des Meistbegünstigungsstatus für Russland, die Beendigung der materiellen und technischen Unterstützung für das Kiewer Regime sowie weitere Punkte. Bislang gebe es keine klare Reaktion auf dieses Dokument. Sollte Russland eine Antwort erhalten, werde man sie sorgfältig prüfen und eine Entscheidung treffen.
Unter diesen Umständen sei es „absurd und sinnlos“, öffentlich zu erklären, dass Russland Kontakt zu japanischen Behörden wünsche.
Gleiches gelte für Tokios angekündigte Absicht, eine „Wirtschaftsdelegation“ nach Moskau zu entsenden, um „das Vermögen japanischer Unternehmen zu schützen“. Von russischer Seite lägen keine Einladungen für eine solche Reise vor, so die Erklärung des russischen Außenministeriums. Sie endet mit folgendem Aufruf:
„Wenn die japanische Regierung die Interessen ihrer im Land verbleibenden Unternehmen wirklich schützen will, muss sie woanders ansetzen – durch die Schaffung eines normalen, wirtschaftsfreundlichen politischen Umfelds. Die Initiative hierzu liegt allein bei Tokio.“
Nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus durch Teheran gab es in westlichen Medien Berichte, wonach die japanische Regierung Kontakte zu Moskau suche und Öllieferungen aus Russland anstrebe. Offizielle Bestätigungen für diese Berichte blieben jedoch aus.
Anfang Mai berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo, dass am 26. Mai eine große japanische Delegation in Russland eintreffen werde. Diese bestehe aus Vertretern der japanischen Wirtschaft, darunter den Großkonzernen Mitsui und Mitsubishi, und werde von Beamten des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie geleitet. Die japanischen Behörden bestätigten damals den Besuch, versicherten jedoch, dass die Delegation „nicht mit dem Ziel einer Zusammenarbeit“ anreise. Hauptziel sei es, die Sicherheit der Vermögenswerte japanischer Unternehmen zu gewährleisten, die ihre Arbeit auf russischem Territorium fortsetzen, etwa beim Gasprojekt Sachalin-2.
Mit der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums reagiert Russland erstmals offiziell auf diese Berichte.
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