Ebola-Alarm im Kongo: Tödliches Virus außer Kontrolle

Am vergangenen Freitag bestätigten sowohl die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa Centres for Disease Control and Prevention (CDC) als auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Ausbruch der Ebola-Krankheit im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Besonders betroffen ist die östliche Provinz Ituri. Zudem wurde aus dem Nachbarland Uganda ein erster Todesfall gemeldet: Laut dem ugandischen Gesundheitsministerium handelt es sich um einen kongolesischen Staatsbürger, der am vergangenen Donnerstag in einem Krankenhaus in Kampala verstarb.

Die CDC erklärten in einer Stellungnahme, dass vorläufige Laborergebnisse des nationalen biomedizinischen Instituts in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa das Ebolavirus in 13 von 20 getesteten Proben nachgewiesen hätten. Insgesamt wurden bisher 246 Verdachtsfälle und 65 Todesfälle registriert. Die Behörde arbeite eng mit den kongolesischen und ugandischen Instanzen sowie mit weiteren Partnern in der Region zusammen.

Ebola ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die hämorrhagisches Fieber mit einer hohen Sterblichkeitsrate verursacht. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Schweiß infizierter Personen oder über kontaminierte Gegenstände. Seit etwa einem Jahrzehnt stehen Impfstoffe gegen Ebola zur Verfügung, jedoch nicht gegen alle Virusvarianten.

Der aktuelle Ausbruch in Ituri wird durch den seltenen Bundibugyo-Virenstamm verursacht, für den es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Es bleibt unklar, ob existierende Impfungen gegen diese Form wirksam sind. Die Bundibugyo-Variante weist mit etwa 37 Prozent eine geringere Letalität auf als die häufigere Zaire-Variante, bei der bis zu 90 Prozent der Betroffenen sterben.

Ituri ist eine städtisch geprägte Grenzregion mit starken Bevölkerungsbewegungen, die durch immer wieder aufflammende Kämpfe verstärkt werden. Um eine weitere Ausbreitung in andere Regionen und Nachbarländer zu verhindern, setzen die Behörden auf bewährte Maßnahmen wie die Aktivierung von Notfallteams, schnelle Labortests, die Isolierung von Kontaktpersonen und Grenzkontrollen. Die Demokratische Republik Kongo hat bereits Erfahrung mit Ebola: Es handelt sich um den 17. registrierten Ausbruch seit der Entdeckung des Virus im Jahr 1976.

Eine düstere Prognose äußerte der Tropenmediziner Dr. Maximilian Gertler von der Berliner Charité, der selbst mehrfach gegen Ebola im Einsatz war: „Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal.“ Angesichts der fast 250 Verdachtsfälle sei anzunehmen, dass der Ausbruch bereits seit Monaten unentdeckt fortschreite.

Diese Hypothese wird durch eine Stellungnahme des kongolesischen Gesundheitsministers Samuel Roger Kamba Mulamba gestützt. Ihm zufolge handelt es sich beim Indexfall des aktuellen Ausbruchs – also dem ersten diagnostizierten Patienten – um eine Person aus dem medizinischen Bereich, die Ende April in einem Krankenhaus in Bunia verstarb.

Medienberichten zufolge finden in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, ununterbrochen Beerdigungen statt. Auch in anderen Orten der Region wächst die Angst: „Wir haben in den letzten Wochen etwa ein Dutzend Menschen beerdigt, ohne genau zu wissen, woran sie gestorben sind“, erklärte eine Einwohnerin der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. „Angesichts der aktuellen Berichte über Ebola befürchten wir nun, dass sich noch immer mehrere Kontaktpersonen in unserer Gemeinde, in unserem Ort Rwampara und in der gesamten Stadt Bunia aufhalten.“

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