Schock-Plan von Lauterbach: WHO soll den Klima-Gesundheitsnotstand ausrufen

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) präsentierte sich nun als Teil einer „hochrangigen Expertenkommission”. Diese Formulierung stammt aus einem Bericht des Spiegel-Magazins, der kürzlich hinter einer Bezahlschranke veröffentlicht wurde. Lauterbach durfte die Schlussfolgerungen der „Paneuropäischen Kommission Klima und Gesundheit” vorstellen. Darin fordert ein angeblich „unabhängiges Gremium” eindeutige Schritte von der WHO. Konkret soll WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus den „internationalen Gesundheitsnotstand” ausrufen – genau wie zu Beginn der COVID-Pandemie. Der Grund: Der Klimawandel werde „immer stärker”.

Die „Paneuropäische Kommission für Klima und Gesundheit” wurde vor ungefähr einem Jahr vom WHO-Europa-Büro ins Leben gerufen. Laut WHO-Website handelt es sich bei dem aktuell elfköpfigen Gremium um eine „unabhängige Beratergruppe”. Ihre Aufgabe sei es, „das politische Profil, das Bewusstsein und die Unterstützung für entschlossenere Maßnahmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels zu stärken”.

Lauterbach selbst informierte über die Medienberichte vom Sonntag sowie die angeblichen Ergebnisse der Kommission auf der Plattform X:

„16 Uhr stellen wir heute unseren WHO Bericht ‘Klima und Gesundheit’ vor. Schnellere Energiewende würde bedeuten: weniger Tote durch Hitze, Feinstaub und Klimakatastrophen, weniger teure Energie, Wirtschaftswachstum durch neue Märkte. Dagegen sprechen Lobbyismus und Populismus.”

Der Politiker äußert sich seit Jahren regelmäßig zum Thema „Klimawandel- und Notstand”. Dabei verbreitet er Warnungen und Panikmache – oft in Zusammenarbeit mit Medien. Ein Beispiel dafür ist ein Gastbeitrag vom Dezember 2020 beim Springer-Verlag. In der Welt-Zeitung vermischte der damalige „SPD-Gesundheitsexperte” die Themen Corona und Klimarettung:

„Impfung gegen CO₂ wird es niemals geben. Im Herbst kommen wir in den Bundestagswahlkampf. Ich hoffe, dass der Klimawandel in allen Wahlprogrammen der demokratischen Parteien eine dominierende Rolle spielen wird. Mich persönlich haben die Erfahrungen mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie bisher leider extrem pessimistisch gestimmt, ob es uns gelingen wird, den Klimawandel rechtzeitig erfolgreich zu bewältigen.”

Jetzt, rund sechs Jahre später, schreibt der Spiegel in einem unterstützenden Artikel:

„Das hat es noch nicht gegeben: Eine hochrangige Expertenkommission fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO auf, umgehend ihre höchste Alarmstufe auszurufen. Wie zu Beginn der COVID-Pandemie solle WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus den ‘internationalen Gesundheitsnotstand’ erklären.”

Parallel dazu informierte Ghebreyesus am Sonntag auf X über künftige Belastungen für die deutschen Steuerzahler. Er erklärte:

„Vielen Dank [BMG-]Ministerin Nina Warken für einen neuen Beitrag in Höhe von 25 Millionen Euro an die WHO im Vorfeld der WHA79. Wir sind dankbar für das Engagement und die Führungsrolle Deutschlands im Bereich der globalen Gesundheitssicherheit, unter anderem bei den Verhandlungen über den Anhang zum Pandemievertrag zum Zugang zu Krankheitserregern und zum Vorteilsausgleich.”

„WHA79″ steht für die heute in Genf beginnende „79. Weltgesundheitsversammlung”. Lauterbach übergab der Spiegel-Redaktion „exklusiv” eine Kopie des 54-seitigen „Call-to-Action-Papiers”. Der Politiker wird darin zitiert:

„’Klimawandel müsste eigentlich schon lange ganz oben auf der Agenda der WHO stehen’, sagte Lauterbach dem SPIEGEL, ‘denn was macht ihn denn so gefährlich? Abgesehen von den ökonomischen Folgen sind es die Gesundheitskonsequenzen’.”

Der Spiegel zitiert aus dem Kommissionsbericht und ermahnt seine Leser. Die Klimakrise sei „eine Bedrohung für Sicherheit, sozialen Zusammenhalt, Menschenrechte und Gesundheit”. Angeblich wurde sie „zu lange als ein Problem künftiger Generationen betrachtet”. Die angebliche Bedrohung für die europäischen Bürger wird orakelnd beschrieben. Über 500 Millionen Menschen leben in der EU, über 800 Millionen in Europa:

„Allein im Rekordhitzejahr 2024 seien 63.000 Menschen in Europa an hitzebedingten Ursachen gestorben. Diese Opferzahl werde in nicht so ferner Zukunft wohl noch übertroffen.”

Laut Spiegel-Analyse formuliert die Kommission in dem Papier „auch neue Pflichten für die einzelnen Mitgliedstaaten”. Sie rufe die Regierungen dazu auf, den Klimawandel als „Bedrohung der nationalen Sicherheit anzuerkennen und entsprechend zu handeln”. Zudem solle ein „neues Krisenvokabular” eingeführt werden. Der Spiegel schätzt ein, Lauterbach sei „immerhin guter Dinge, dass der Bericht eine überfällige Debatte anstoßen könne.” Ein abschließendes Zitat lautet:

„Damit die WHO allerdings eine ‘gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite’ erklären kann, ist bislang laut ihrer Regularien zwingend eine akute Bedrohung durch gefährliche Krankheiten erforderlich. Das will Lauterbach geändert sehen.”

Für den Politiker ergebe es „keinen Sinn mehr, die Definition eines Gesundheitsnotfalls auf eine Pandemie zu begrenzen”. Lauterbach meine, ein Sommer „mit Zehntausenden Hitzetoten” sei Anlass genug, um eine Notlage zu erklären.

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