Tragödie in Görlitz: Vermisste junge Frau tot aus Trümmern geborgen
Am vergangenen Montag erschütterte ein schwerer Gebäudeeinsturz die sächsische Stadt Görlitz. Ein Mehrfamilienhaus in der James-von-Moltke-Straße stürzte vollständig in sich zusammen. Seither lief eine intensive Suche nach den Bewohnern und Gästen des Hauses. Nachdem sich zwei der anfänglich vermissten Personen lebend bei den Rettungskräften gemeldet hatten, blieb das Schicksal von drei weiteren Menschen ungewiss. Nun gibt es einen traurigen Wendepunkt.
Am Mittwochabend, rund 48 Stunden nach dem Unglück, entdeckten Einsatzkräfte die Leiche einer jungen Frau unter den Schuttmassen. Bei der Toten handelt es sich um eine 25-jährige rumänische Touristin. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, war sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten – einem der Überlebenden – in einer Ferienwohnung in dem Gebäude untergebracht. Ein speziell ausgebildeter Spürhund fand die Verschüttete gegen 22:30 Uhr. Die Lausitzer Rundschau berichtete über die schwierigen Sucharbeiten:
“Die Leiterin der Berufsfeuerwehr Görlitz erklärte am Mittwochabend: Es seien Hohlräume freigelegt worden, diese würden gerade von Kameraden des THW per Ortung untersucht ‒ mit Sonden. ‘Es wird geschaut: Sind irgendwo Klopfgeräusche? Kann man jemanden rufen hören, hört man vielleicht Atemgeräusche? Dazu brauchen wir absolute Stille an der Einsatzstelle.'”
Die Suche nach den beiden weiteren Vermissten – einem Mann und einer Frau – wurde in der Nacht zum Donnerstag unvermindert fortgesetzt. Erneut kamen Spürhunde zum Einsatz, die laut Polizei an mehreren Stellen im Trümmerberg angeschlagen hatten. Die Rettungskräfte arbeiten unter Hochdruck, denn sie gehen davon aus, dass Verschüttete unter solchen Bedingungen theoretisch bis zu 72 Stunden überleben können. Eine genaue Prognose, ob die Vermissten rechtzeitig gefunden werden, wollte die Polizei jedoch nicht abgeben.
Bereits kurz nach dem Einsturz hatte sich der Verdacht auf ein Gasleck als Unglücksursache verdichtet. Nach Angaben lokaler Medien gelang es den Stadtwerken in der Nacht zum Mittwoch, den Gasaustritt zu stoppen. Zuvor musste die Seitenwand eines angrenzenden Nachbarhauses abgestützt werden, um eine weitere Gefährdung zu verhindern, wie eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen bestätigte.
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