Die bisherige Strategie, jegliche Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland (AfD) zu verweigern, habe sich als Fehlschlag erwiesen. Dies erklärte Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des Bündnisses für Vernunft und Gerechtigkeit (BSW), am Samstag auf der Plattform X. Sie forderte, dass die anstehenden Landtagswahlen im September 2026 in Ostdeutschland einen Kurswechsel erzwingen müssten.
Wagenknecht bezog sich dabei auf eine vorherige Aussage des ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD). In ihrem Beitrag auf X schrieb die BSW-Chefin:
“Was Albig vorschlägt, ist richtig und wird vom BSW schon lange gefordert. Wir müssen die gescheiterte Brandmauer-Politik beenden, bevor sie die Demokratie endgültig zerstört. Die Brandmauer ist Brandstiftung: 30 oder gar 40 Prozent der Wähler auszuschließen, ist schlicht undemokratisch. Die Wahlen im Osten sollten zur Abwahl der Brandmauer und der Unterstützer der unsäglichen Merz-Regierung führen!”
Zuvor hatte Albig, der von 2012 bis 2017 Regierungschef in Kiel war, seiner eigenen Partei geraten, eine Kooperation mit der AfD in Betracht zu ziehen. Konkret schlug er vor, dass die SPD eine Minderheitsregierung bilden und diese von der AfD tolerieren lassen könne. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung meinte Albig:
“Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben.”
Diese Äußerungen stießen innerhalb der SPD und der Linkspartei auf herbe Kritik und entschiedene Ablehnung. Der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz meldete sich daraufhin per Video in den sozialen Netzwerken zu Wort. Darin wies er Albigs Vorstoß deutlich zurück und stellte klar:
“Mit der AfD ist kein Staat zu machen.”
Im September 2026 stehen in drei östlichen Bundesländern Landtagswahlen bevor: in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in aktuellen Umfragen vorn. In Magdeburg, wo die Werte für die Partei bei über 40 Prozent liegen, wäre rechnerisch sogar eine alleinige Regierungsbildung möglich.
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