Chaos-Alarm auf der Brennerautobahn: Bayern droht am Samstag der Super-Stau!

Die Brennerautobahn stellt die bedeutendste Verbindung zwischen Österreich und Italien dar – sie dient nicht nur als beliebte Route zum Gardasee, sondern auch als zentrale Handelsader. An diesem Sonntag jedoch soll die Autobahn zwischen 10 und 19 Uhr blockiert werden, und zwar von den Anwohnern des Tals.

Die Bewohner rund um Gries am Brenner, angeführt von Bürgermeister Karl Mühlsteiger, protestieren gegen die „Verkehrsflut am Brenner”. Vor zwei Tagen erstritt die Gemeinde vor dem Tiroler Landgericht die Genehmigung für diese Aktion. Der Bürgermeister betont, die Anwohner litten unter Lärm, Staub und ständigen Staus.

Diese Klage erscheint berechtigt. Zwar ist der Brenner-Basistunnel – eine Eisenbahnverbindung von Franzensfeste in Italien nach Innsbruck in Österreich – seit Langem geplant und soll 2032 eröffnet werden, doch der deutsche Anschlussabschnitt hinkt bereits hinterher. Derzeit passieren täglich rund 30.000 Pkw und bis zu 7.000 Lkw den Brenner. Das klingt nach vielen Fahrzeugen, ist jedoch im Vergleich zu manchen Großstadtstraßen in Metropolen mit bis zu 500.000 Fahrzeugen pro Tag eher bescheiden.

Die Gemeinde Gries mit ihren 1.200 Einwohnern würde die Autobahn am liebsten ganz aus ihrer Nähe verbannen. Der Hauptprotest richtet sich gegen den Neubau der Luegbrücke, über die die Autobahn oberhalb des Ortes führt. Adressat ist die ASFINAG, die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft, die vollständig der Republik Österreich gehört und den Autobahnbau über Maut und Vignetteneinnahmen finanziert. Die Anwohner hätten sich einen Tunnel anstelle der Brücke gewünscht, doch selbst eine Einhausung lehnte die ASFINAG ab.

Ursprünglich war die Demonstration bereits für Oktober des Vorjahres geplant, doch das Gericht untersagte sie damals. Nun erlaubte das Landgericht Tirol den Protest. In der Urteilsbegründung heißt es: „Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum.”

Vorsorglich werden in Bayern bereits am Samstag Schilder aufgestellt, die bis hinauf nach Nürnberg (370 Kilometer vom Brenner entfernt) vor der Schließung warnen. Die deutsche Autobahn-GmbH weist darauf hin, dass es bei einer Überfüllung des Straßennetzes rund um Innsbruck zu einer „dosierten oder vollständigen Sperrung sämtlicher Grenzübergänge nach Tirol” kommen könnte. Ein Ausweichen über die Tauernautobahn von Salzburg Richtung Süden sei ebenfalls kaum möglich, da an diesem Wochenende viele Kroatienurlauber unterwegs sein werden.

Laut Autobahn-GmbH wird der kommende Samstag „der Tag mit dem zweithöchsten Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke im Jahr” sein. Selbst ein Vorziehen der Fahrt bringe wenig:

“In der Nacht vor der Sperrung sowie in der Nacht danach sowie am Sonntag ist auf allen Alpenrouten mit einem stark erhöhten Verkehrsaufkommen und entsprechenden Stauungen zu rechnen.”

Die Autobahn-GmbH rät sogar davon ab, „regionale Fahrten südlich von München und Memmingen in Richtung Alpen” zu unternehmen. Für Münchner, deren Ausflugsziele an Wochenenden meist im Süden liegen, ist das eine harte Einschränkung.

Der Brennerpass war bereits zur Zeit des Römischen Reiches eine wichtige Verkehrsader und ab dem 2. Jahrhundert Teil der antiken Militärstraße Richtung Regensburg. Später zogen auch deutsche Kaiser auf ihrem Weg nach Rom über diesen Pass.

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