Blues Origin-Debakel: Testflug endet in Feuer-Inferno

Die ambitionierten Pläne der NASA, gemeinsam mit Milliardär Jeff Bezos und dessen Raumfahrtfirma Blue Origin eine Mondbasis zu errichten und innerhalb der nächsten zwei Jahre erneut Menschen auf den Erdtrabanten zu bringen, haben einen schweren Dämpfer erlitten. Eine Rakete vom Typ New Glenn des Unternehmens ist bei einem Test auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida kurz nach dem Start explodiert und dabei vollständig zerstört worden. Der Vorfall wirft einen Schatten auf die Hoffnungen, die NASA-Aufträge für sich zu gewinnen.

Live-Übertragungen vom Startgelände in Cape Canaveral zeigten, wie die offenbar voll betankte Rakete des Raumfahrtunternehmens von einer gewaltigen Explosion erfasst und komplett vernichtet wurde. Die genauen Ursachen für das Scheitern des Tests sind bislang ungeklärt, was das Projekt im Wettstreit um die begehrten NASA-Aufträge zusätzlich belastet.

Ein Sprecher von Blue Origin teilte mit, dass nach vorläufigen Analysen eine „Anomalie” während der Zündphase für die Explosion verantwortlich gewesen sei.

Kurz nach dem Desaster meldete sich Jeff Bezos persönlich auf der Plattform X zu Wort. Er betonte, dass alle Mitarbeiter in Sicherheit seien. In seiner Mitteilung heißt es dazu:

„Alle Mitarbeiter sind wohlauf und in Sicherheit. Es ist noch zu früh, um die genaue Ursache zu kennen, aber wir arbeiten bereits daran, sie zu ermitteln. Ein sehr harter Tag, aber wir werden alles wieder aufbauen, was wieder aufgebaut werden muss, und den Flugbetrieb wieder aufnehmen. Das ist es wert.”

Der teure Zwischenfall stellt bereits den vierten Rückschlag in den Plänen des Milliardärs dar. Das Unternehmen hatte zuvor laut CNN Anfang dieser Woche bekannt gegeben, dass die New-Glenn-Rakete einen erneuten Startversuch unternehmen wolle. Dies erfolgte, „nachdem ein Fehlschlag beim dritten Flug der Rakete am 19. April eine Untersuchung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA ausgelöst hatte.” Zu diesem Ereignis heißt es in dem Artikel weiter:

„Während der Mission im April landete die erste Stufe der Rakete erfolgreich auf einem schwimmenden Lastkahn, doch der obere Teil, also die zweite Stufe, schaffte es nicht, die Nutzlast – den Satelliten BlueBird 7 von AST SpaceMobile – in eine sichere Umlaufbahn zu bringen.”

Nach Angaben von Blue Origin ereignete sich die aktuelle Explosion während eines Brandtests, bei dem die Triebwerke für den geplanten nächsten Start gezündet wurden. Der eigentliche Start war laut US-Medienberichten frühestens für die kommende Woche vorgesehen. Blue Origin teilte zudem mit, dass die New-Glenn-Rakete 48 Satelliten für Amazons Leo-Konstellation in die Umlaufbahn bringen sollte.

Mit dem New-Glenn-Raketenmodell versucht Blue Origin, dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk unmittelbar Konkurrenz zu machen. Die Explosion bedeutet nun einen herben Rückschlag für dieses Vorhaben. „Äußerst bedauerlich”, kommentierte Konkurrent Musk auf der Plattform X ein Video der Explosion und fügte hinzu: „Raketen sind schwierig.”

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