Berlin – Die FDP hat auf ihrem Bundesparteitag am Samstag eine neue Führungsspitze gewählt. Wolfgang Kubicki, mit 74 Jahren ein Urgestein der Liberalen, setzte sich in einer überraschenden Kampfabstimmung gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch. Er holte rund 60 Prozent der Delegiertenstimmen, während Strack-Zimmermann auf etwa 40 Prozent kam.
Damit übernimmt Kubicki die Leitung einer Partei in schwerem Fahrwasser. Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl und mehreren verlorenen Landtagswahlen steckt die FDP in einer existenziellen Krise. Aktuelle Umfragen sehen sie nur noch bei rund vier Prozent. Viele Beobachter sehen die Partei um ihr politisches Überleben kämpfen.
Kubicki zeigte sich vor der Wahl kämpferisch und kündigte an, die Liberalen mit einem schärferen Profil und mehr öffentlicher Präsenz zurück zu alter Stärke zu führen. Sein klares Ziel: Die Partei innerhalb eines Jahres wieder über die entscheidende Fünf-Prozent-Marke zu bringen. Dafür brauche es wieder mehr Streitlust und Sichtbarkeit, betonte er.
„Wir müssen wieder streiten und sichtbar sein“, sagte er vor der Wahl.
Die sozialen Netzwerke reagierten prompt auf den Führungswechsel. Ein Kommentar brachte die Stimmung vieler auf den Punkt:
„Die FDP ist voll fertig.“
Henning Höne, der seine eigene Kandidatur für den Vorsitz zurückgezogen hatte, soll künftig als erster stellvertretender Bundesvorsitzender an Kubickis Seite wirken. Die Zusammensetzung des weiteren Präsidiums und des Bundesvorstands stand am Abend des Parteitags noch nicht fest.
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