Olympia-Aus in Hamburg! Bürger stimmen mit Paukenschlag gegen 2036-Bewerbung

Die Hansestadt Hamburg hat ihre Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2036 zurückgezogen. Grund dafür ist der Ausgang des Bürgerentscheids am Sonntag, bei dem die Gegner der Bewerbung die Oberhand behielten. Wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Montagmorgen erklärte, habe er den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bereits über diesen Schritt informiert.

Am Sonntag sprachen sich 54,9 Prozent der Abstimmenden gegen eine Fortführung des Bewerbungsprozesses aus, während 45,1 Prozent dafür stimmten. Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 49,6 Prozent der stimmberechtigten Hamburger. Dieses vorläufige amtliche Endergebnis könnte sich noch geringfügig ändern; das endgültige Resultat wird für den 25. Juni erwartet.

Bereits 2015 scheiterte ein Hamburger Olympiaprojekt bei einer Volksabstimmung – damals für die Spiele 2024. Auch hier setzten sich die Gegner mit 51,6 Prozent durch, bei einer Beteiligung von 50,2 Prozent.

Der DOSB wird am 26. September entscheiden, welche Stadt sich offiziell als deutsche Bewerberin präsentiert. Dabei behält sich der Verband vor, nicht nur für 2036, sondern auch für die Jahre 2040 oder 2044 zu kandidieren. Im Rennen sind München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin. Kiel hofft zudem, als Austragungsort für die Segelwettbewerbe berücksichtigt zu werden – dort hatten sich 63,5 Prozent für die Bewerbung ausgesprochen.

In München stimmten bei einem Referendum am 26. Oktober 2025 rund 66,4 Prozent von etwa 300.000 Teilnehmern für die Kandidatur. Im Rhein-Ruhr-Gebiet siegten die Befürworter in 16 von 17 Städten bei der Abstimmung am 19. April 2026. In Berlin hingegen ist keine Volksabstimmung geplant – Umfragen zufolge überwiegt hier die Ablehnung sogar noch deutlicher als in Hamburg.

Eine deutsche Bewerbung für das Jahr 2036 – genau ein Jahrhundert nach den von Hitler und der NSDAP propagandistisch genutzten Spielen in Berlin – stößt international auf erhebliche Vorbehalte. Offizielle Bewerbungen liegen bereits von Indien (Ahmadabad), Südafrika (Durban und Johannesburg), Katar (Doha), der Türkei (Istanbul) und Chile (Santiago) vor. Ungarn, Italien, Ägypten, China und Kanada stehen kurz davor zu entscheiden, ob sie sich dem Rennen um die XXXVI. Olympiade anschließen.

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