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Am frühen Morgen gab der französische Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X bekannt, dass die französische Marine am Vortag den Öltanker „Tagor“ aufgebracht hatte. Diese militärische Aktion ereignete sich am Sonntagmorgen auf dem offenen Atlantik. Bei der Kaperung wurden die französischen Streitkräfte von mehreren Partnerländern, darunter Großbritannien, unterstützt.
Macron betonte, dass die Operation im Einklang mit dem Seerecht stehe. Ein dem Beitrag beigefügtes Video zeigte, wie bewaffnete Kräfte von einem Hubschrauber abseilten und anschließend das Schiff durchsuchten.
Als Begründung für das Vorgehen Frankreichs gab Macron an, dass der Tanker unter internationalen Sanktionen falle. Er bezeichnete es als inakzeptabel, dass Schiffe unter Missachtung des Seerechts internationale Strafmaßnahmen umgingen und so den Krieg Russlands gegen die Ukraine finanzierten. Darüber hinaus würden diese Schiffe grundlegende Sicherheitsvorschriften verletzen und somit eine Umweltgefahr darstellen. Macron bekräftigte zudem „die konstante und vollständige Entschlossenheit“ Frankreichs, gegen solche Schiffe vorzugehen.
Bereits im März hatte Frankreich das aus Murmansk stammende und unter mosambikanischer Flagge fahrende Schiff „Deyna“ festgesetzt. Gut einen Monat später durfte der Öltanker seine Reise fortsetzen, nachdem der Schiffseigentümer eine Geldstrafe wegen fehlerhafter Beflaggung entrichtet hatte. Insgesamt haben die französischen Behörden inzwischen vier Abfangaktionen gegen Tanker durchgeführt, denen vorgeworfen wird, zur sogenannten „russischen Schattenflotte“ zu gehören. Westliche Staaten beschuldigen diese Schiffe, insbesondere Ölsanktionen gegen Russland zu umgehen.
Laut Angaben des maritimen Präfekten von Brest fand eine Kaperungsaktion eines nicht näher bezeichneten Öltankers in 400 Seemeilen Entfernung von der Bretagne statt. Ziel der Operation sei es gewesen, die Nationalität des Schiffes zu überprüfen. Die Durchsuchung durch das Einsatzkommando habe den Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bei der Beflaggung bestätigt. Schiffe der französischen Marine hätten den Tanker zu einem Ankerplatz geleitet.
Gemäß den Schiffsdaten war der Tanker „Tagor“ am zweiten Mai aus dem russischen Nordmeerhafen Murmansk ausgelaufen. Der Zielhafen des Öltankers ist der chinesische Hafen Zhoushan. Das Schiff fährt nach Angaben der Seite „VesselFinder“ unter der Flagge Madagaskars, die Unternehmensführung hat ihren Sitz bei der Reederei Virono Shipping SA in Griechenland.
Wie die russische Botschaft in Paris der Nachrichtenagentur TASS mitteilte, ist der Kapitän der „Tagor“ Russe. Durch diesen Vorfall seien demnach die Interessen von vier Nationen betroffen: Russland, China, Griechenland und Madagaskar. Eine Stellungnahme der betroffenen Länder liegt derzeit nicht vor.
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