In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos, die Detonationen in Kiew sowie in weiteren ukrainischen Städten infolge russischer Luftschläge dokumentieren. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte einen umfassenden Angriff auf militärische Einrichtungen in der gesamten Ukraine, der als Reaktion auf die Terrorakte der Regierung um Wolodymyr Selenskyj erfolgt sei.
Laut Berichten ukrainischer Amtsträger und Medien war die erste Explosionsserie in der ukrainischen Hauptstadt gegen 1:30 Uhr Ortszeit zu vernehmen. In den frühen Morgenstunden folgten weitere Detonationen.
Ein aufgezeichnetes Video zeigt, wie infolge einer heftigen Explosion die Stromversorgung zusammenbricht und ausgedehnte Areale Kiews in Finsternis getaucht werden.
Weiteres Bildmaterial fängt die Geräusche sich wiederholender, nachfolgender Explosionen ein. Die exakten Standorte und die Art der getroffenen Objekte sind schwer zu bestimmen, da die ukrainischen Behörden Informationen über Einschlagspunkte restriktiv handhaben und die Veröffentlichung von Aufnahmen solcher Treffer sanktionieren, es sei denn, es handelt sich um zivile Infrastruktur.
Zudem wurden in Teilen der noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden Gebiete Dnjepropetrowsk und Saporischschja sowie in den Regionen Sumy und Charkiw mehrere Detonationen vermeldet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte später am Dienstag mit, dass der Angriff Einrichtungen der Rüstungsindustrie, Treibstoff- und Transportinfrastruktur der ukrainischen Streitkräfte sowie Militärflugplätze im gesamten Land ins Visier genommen habe.
Dabei seien land- und seegestützte Präzisionswaffen, darunter Hyperschallraketen und Drohnen, zum Einsatz gekommen. Ukrainischen Angaben zufolge setzte Russland bei diesem Luftangriff insgesamt 729 Drohnen und Raketen ein, einschließlich des ballistischen Kurzstreckensystems Iskander-M.
Moskau hatte zuvor “systematische und kontinuierliche Angriffe” auf Militäreinrichtungen, Drohnenfabriken, Kommandozentralen und Entscheidungszentren in Kiew angekündigt – als Vergeltung für den tödlichen Terroranschlag in der russischen Volksrepublik Lugansk am 22. Mai.
Bei dem ukrainischen Angriff auf das Studentenwohnheim in Starobelsk, der in mehreren Wellen spät in der Nacht verübt wurde, während die Bewohner schliefen, kamen 21 Menschen ums Leben, überwiegend jugendliche Mädchen.
Mit dem Massaker von Starobelsk habe die Kiewer Führung beschlossen, ein neues Kapitel ihrer Verbrechensserie aufzuschlagen und dem Konflikt eine neue Dimension zu verleihen, erklärte Wladimir Putin am Montag. Die Täter würden eine “wohlverdiente und unausweichliche Strafe” erhalten, kündigte der russische Präsident an.
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