Schock in Sachsen: Russisch-Unterricht bricht dramatisch ein – Nur noch 14.000 Schüler!

Die Beliebtheit des Russischunterrichts bei sächsischen Schülern hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Während Russisch in der DDR obligatorisch war und in den ersten zehn Jahren nach der Wiedervereinigung immerhin den dritten Platz unter den Fremdsprachen belegte – hinter Englisch und Französisch –, haben sich im aktuellen Schuljahr lediglich 14.035 Schüler im Freistaat für einen Russischkurs entschieden. Damit sinkt die Zahl der Russischlernenden erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg unter die des Fachs Latein.

Diese Daten stammen aus der aktuellen Erhebung des sächsischen Kultusministeriums, über die die Berliner Zeitung am Freitag zuerst informierte. Im Schuljahr 2020/21 hatten noch mehr als 19.000 Kinder und Jugendliche in Sachsen Russisch gelernt. Derzeit werden die Schüler von 1462 Russischlehrkräften betreut – vor fünf Jahren waren es noch 2215.

Dabei ist zu bedenken, dass Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die aus der ehemaligen UdSSR stammen, Russisch oft aus pragmatischen Gründen wählen: Eine gute Note ist ihnen so gut wie sicher, da sie die Sprache bereits beherrschen.

Zum Vergleich: Mit 423.587 Schülern bleibt Englisch die mit Abstand verbreitetste Fremdsprache – sie ist im Freistaat Pflichtfach. Danach folgen Französisch mit 58.079, Spanisch mit 31.193 und Latein mit 16.974 Schülern. Tschechisch belegten 3819, Italienisch 2119 und Polnisch 1783 Jugendliche. Griechisch bleibt mit nur 93 Lernenden ein Nischenfach in Sachsen – vor fünf Jahren waren es noch 157.

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