Provokation beim Frühstück: Veganer Mett-Igel mit Hakenkreuz auf AfD-Parteitag
Die Teilnehmer des AfD-Landesparteitags in Heidenheim an der Brenz erlebten am Wochenende eine unerwartete Morgenstunde: Auf dem Frühstücksbuffet ihres Hotels entdeckten sie einen Drehteller, auf dem ein Hakenkreuz aus Mett – genauer gesagt aus veganem Fleischersatz – arrangiert war. Die Aktion, die für helle Aufregung sorgte, wurde von linksgerichteten Aktivisten aus dem Umfeld des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS) durchgeführt. Über die Instagram-Seite der Kampagne „Adenauer SRP+” bekannten sie sich zu der „künstlerischen Intervention” und warfen Politikern der Alternative für Deutschland Sympathien für den Nationalsozialismus vor.
Die Aktivisten hatten sich in einem Hotel nahe des Kongresszentrums einquartiert, wo der AfD-Parteitag stattfand. Viele Delegierte der rechten Partei übernachteten ebenfalls dort. Unter der Tarnung eines Volleyballteams namens „FC Brandmauer SRP+” mieteten sich sieben ZPS-Sympathisanten ein. In ihrem Statement kritisierten sie das Hotel scharf: Es mache sich „keine Gedanken, wen man so verwaltet”. Das gesamte Haus sei voller Rechtsextremer gewesen – „Pfui Teufel”, so die Aktivisten, die sich als Agitatoren gegen die AfD verstehen.
Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte einer der Beteiligten den Hintergrund der Aktion: Es habe sich um eine „künstlerische Intervention” gehandelt, die zum Nachdenken anregen solle. Der Mett-Igel als Protestform sei bewusst gewählt worden, da er eine „deutsche Institution” darstelle. Die verwendete Masse bestand laut den Aktivisten aus veganem Ersatzprodukt.
Der führende Aktivist gab vor der herbeigerufenen Polizei zu, das hakenkreuzförmige Gebilde aufgestellt zu haben. Er betonte, dass es sich nicht um eine Straftat nach § 186 StGB handele – offensichtlich ein Fehler in der Paragrafenangabe. Denn § 186 regelt die üble Nachrede, während § 86a das Zeigen von NS-Symbolik verbietet. Zur Absicherung verwies der Aktivist auf einen Hinweistext auf dem Teller: „Vorsicht vor der NSAfD”. Die Polizeiermittler prüfen nun den Verdacht auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Während die Aktivisten von Bedrohungen durch AfD-Politiker berichteten, schilderte die AfD-Landtagsabgeordnete Christine Schäfer auf Facebook eine „einschüchternde” Stimmung während der Aktion. Viele Gäste hätten sich unwohl gefühlt. Die ZPS-Aktivisten hätten den Hotelbetrieb massiv gestört, die Atmosphäre sei angespannt gewesen. Schäfer sprach sogar davon, dass Geschirr und Besteck angespuckt worden seien. Auch der AfD-Co-Landesvorsitzende Emil Sänze verurteilte die Aktion scharf und bezeichnete sie auf dem Parteitag als „Schmach”, der die AfD-Politiker ausgesetzt seien.
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