Der gesamte Vormittag stand für die Polizei in Hof unter Hochspannung, ausgelöst durch einen einzigen Anruf. Ein Unbekannter meldete einen Messerangriff mit mehreren Verletzten an einer Realschule. Die Folge war ein massiver Polizeieinsatz, bei dem sowohl die Realschule als auch das direkt benachbarte Gymnasium durchsucht wurden. Für besorgte Eltern wurde ein Bürgertelefon sowie eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Mehr als 1.200 Schüler waren von den Maßnahmen betroffen. Im Verlauf des Montagseinsatzes gab es zudem Hinweise auf eine schulfremde Person auf dem Gelände, was am Gymnasium zu einer entsprechenden Durchsage führte.
Mittlerweile steht fest: Die gesamte Meldung war erfunden. Für den anonymen Anrufer könnte dies nun teuer werden. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Anklage wegen Vortäuschens einer Straftat und Missbrauchs von Notrufen. Darüber hinaus drohen nicht nur Freiheits- oder Geldstrafen, sondern auch die Übernahme der erheblichen Einsatzkosten. Die Polizei Hof beziffert den Aufwand als beträchtlich: Einsatzkräfte aus ganz Oberfranken, Spezialeinheiten aus Mittelfranken sowie über 100 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk waren im Einsatz.
Obwohl Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine Details zum Hintergrund der Falschmeldung nennen, liegt ein Verdacht nahe – besonders mit Blick auf das benachbarte Gymnasium. In Bayern sind die schriftlichen Abiturprüfungen weitgehend abgeschlossen; lediglich in dieser Woche finden noch mündliche Prüfungen statt. Traditionell kommt es in der Zeit zwischen dem letzten Prüfungstag und der Zeugnisübergabe häufig zu sogenannten Abiturscherzen, die von den Schülern der Abschlussklasse organisiert werden. Dabei sind Aktionen, die den Unterricht anderer Schüler stören, keine Seltenheit. Auch wenn der Zeitpunkt ungewöhnlich früh erscheint, ist ein solcher Scherz nicht ausgeschlossen. Sollte dies der Fall gewesen sein, hätte der Verantwortliche jedoch einen Grenzgang unternommen, der schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
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