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In ihrer aktuellen Mitteilung gibt die Bundesbank bekannt, dass die Menschen und Unternehmen in Deutschland aufgrund des Iran-Krieges langfristig mit einer höheren Inflation leben müssen. In der Deutschland-Prognose der Bundesbank warnt Präsident Joachim Nagel, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die “im Winterhalbjahr [2025] begonnene Erholung” der deutschen Wirtschaft “vorerst ausbremsen” wird – mit entsprechenden Konsequenzen für die Bevölkerung.
Der Bundesbankpräsident fasst die anhaltenden Realitäten in Deutschland wie folgt zusammen: “Die stark gestiegenen Energiepreise dämpfen die Kaufkraft der privaten Haushalte und ihre Konsumausgaben.” Daher bleibe die Inflation sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen eine Belastung. In der Mitteilung zur gesamtwirtschaftlichen Lage heißt es ergänzend:
“Neben teurer Energie belasten zunehmende Lieferengpässe und eine schwächere Nachfrage die Unternehmen. Die hohe Unsicherheit und gestiegene Zinsen bremsen zudem die privaten Investitionen.”
Gemäß der Bundesbank-Prognose wird die Inflationsrate in Deutschland im Gesamtjahr auf 2,9 Prozent weiter steigen. Im Mai lag sie zuletzt bei 2,7 Prozent. Für das nächste Jahr erwartet die Bundesbank einen nur leichten Rückgang der Teuerungsrate auf 2,7 Prozent. Erst im Jahr 2028 soll sie mit 1,9 Prozent wieder unter der Zwei-Prozent-Marke liegen. Der Bundesbankchef zeigt sich verhalten optimistisch:
“Die gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten werden allmählich wieder besser ausgelastet. Strukturelle Hemmnisse wie der demografische Druck auf das Fachkräfteangebot und die Lohnnebenkosten bestehen allerdings fort und dämpfen das Potenzialwachstum.”
Nagel erläutert, dass die Inflationsrisiken angesichts der anhaltenden Ereignisse im Nahen Osten zugenommen hätten. Dies wirke sich unmittelbar auf die Teuerungsrate aus. Allerdings schlagen sich die hohen Energiepreise nur allmählich in den Lebenshaltungskosten nieder: Über steigende Preise für Transport und Produktion verteuern sich mittelbar auch diverse Güter und Dienstleistungen. Dadurch steige erwartbar nicht nur die Gesamtinflation, sondern auch die Kernrate, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert.
Die Experten der Bundesbank gehen aktuell von einem kaum spürbaren Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent (kalenderbereinigt) aus und haben ihre Prognose damit von ursprünglich 0,6 Prozent Ende letzten Jahres noch einmal leicht gesenkt. Die neue Prognose der Bundesbank entspricht den im Frühjahrsgutachten formulierten Erwartungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Die staatliche Defizit- und Schuldenquote steigt aktuell deutlich an. Ursachen sind neben zusätzlichen Ausgaben für Verteidigung und nicht-militärische Investitionen auch verschiedene Steuerentlastungen und Transfers. Dabei federt die expansive Fiskalpolitik der Regierung die schwächelnde Wirtschaft ab.
Die Welt kommentiert dazu, dass ohne die hohe Schuldenbelastung “die Lage deutlich schlechter aussähe”. Die deutsche Wirtschaft würde daher maßgeblich durch den Staat stabilisiert, so die Einschätzung.
Aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise wächst weiterhin der Druck auf die Bundesregierung, Reformen anzustoßen. Bis zur parlamentarischen Sommerpause im Juli will die Regierung ein Reformpaket vorlegen, das den Arbeitsmarkt, die Sozialversicherungen, die Einkommensteuer und den Bürokratieabbau umfassen soll.
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