Schock im Klassenzimmer: Mathe-Kenntnisse deutscher Schüler stürzen auf neuen Tiefpunkt

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) präsentierte heute Vormittag den Bericht „Bildung in Deutschland 2026“. Dieses Werk wird vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation alle zwei Jahre auf Basis amtlicher Statistiken und sozialwissenschaftlicher Studien erstellt. Der Nationale Bildungsbericht bietet damit eine umfassende Analyse des deutschen Bildungssystems von der Kita bis zur Hochschule.

Schon vor der offiziellen Veröffentlichung hatte die Bild-Zeitung über einige Inhalte des Dokuments berichtet. Nun liegt der Bericht der Öffentlichkeit vor. Er zeigt, dass die Probleme im deutschen Bildungssystem in bestimmten Bereichen alarmierend sind.

Ein zentrales Problemfeld ist das Fach Mathematik (ab Seite 153). Die Leistungen stagnieren oder haben sich sogar verschlechtert. Ein Beispiel sind Schülerinnen und Schüler in der neunten Klasse, die mindestens den Mittleren Schulabschluss anstreben. Der Leistungsrückgang betrifft also auch die Gymnasien.

Im Jahr 2024 verfehlte knapp ein Viertel dieser Schülergruppe den Mindeststandard in Mathematik, der für diesen Abschluss erforderlich ist. Das sind neun Prozent mehr als 2018 – eine deutliche Verschlechterung. Auch die „Computer- und informationsbezogenen Kompetenzen“ sind im Durchschnitt gesunken, so der Bericht. Mittlerweile gelten 40 Prozent der Achtklässler in diesem Bereich als kompetenzschwach.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die Studie zeigt jedoch, dass der Anteil derjenigen, die die Mindestanforderungen in Mathematik nicht erfüllen, in fast allen Bundesländern im Vergleich zu 2012 signifikant gestiegen ist. Ausnahmen sind Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein.

Die Leistungseinbußen im Fach Mathematik betreffen nicht nur die schwächeren Schüler, sondern auch die Spitzenreiter (Seite 11). Das bedeutet, dass selbst leistungsstarke Schüler schlechter rechnen als ihre Vorgänger mit ähnlichen Noten in früheren Jahren. Auch das Interesse am Fach nimmt ab. Immerhin: Die Mathematikleistungen der Grundschüler blieben zuletzt „eher stabil“, stellt das Leibniz-Institut fest.

Mathematik ist jedoch nur ein Beispiel für mehrere Problembereiche. Der Anteil der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, ist auf acht Prozent gestiegen (zuvor 6,9 Prozent). Obwohl sie weiterhin eine Minderheit sind, ist es nicht gelungen, diesen Trend zu stoppen.

Auch für diejenigen, die ihren Schulabschluss schaffen, ist ein erfolgreicher Berufseinstieg nicht gesichert. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze in deutschen Betrieben sank zwischen 2023 und 2025 deutlich um 32.000 Stellen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage von Bewerberseite, was die Suche nach einem Ausbildungsplatz erschwert. Das Verhältnis zwischen Ausbildungsplätzen und Schulabsolventen, die einen Platz suchen, liegt bei 95 zu 100.

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