16 Städte abgehängt! Schock-Studie enthüllt das Bahn-Desaster

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat eine eindringliche Warnung vor den möglichen Folgen des Markteintritts des italienischen Bahnunternehmens Italo in Deutschland ausgesprochen. Laut einer Analyse der Gewerkschaft, die in verschiedenen Medien zitiert wird, drohen dem deutschen Fernverkehr erhebliche Einschränkungen. Konkret sei zu befürchten, dass mindestens 16 Städte ihre ICE- und IC-Halte verlieren oder diese deutlich ausgedünnt werden könnten. Zuerst berichtete die Bild am Sonntag über die Analyse.

Derzeit hält die Deutsche Bahn mit ihren ICE- und IC-Zügen einen Marktanteil von rund 95 Prozent im Fernverkehr. Nennenswerte Konkurrenz gibt es bisher nur durch Flixtrain und die österreichische Westbahn, die auf der Strecke Salzburg–München–Stuttgart unterwegs ist. Italo plant, ab 2028 Fernverkehrsdienste in Deutschland anzubieten. Das Unternehmen will dafür massiv in Züge investieren, benötigt jedoch gleichzeitig die Sicherheit, profitable Trassen nutzen zu dürfen. Diese werden von der Bahntochter InfraGo unter Aufsicht der Bundesnetzagentur vergeben.

Italo beabsichtigt, zunächst die Strecken München–Frankfurt/Main–Köln–Dortmund sowie München–Berlin–Hamburg zu bedienen – zwei Verbindungen, auf denen auch die ICE-Züge der Deutschen Bahn sehr gut ausgelastet sind. Sollte Italo diese Strecken übernehmen, könnte die DB weniger eigene Züge auf diesen hochprofitablen Routen einsetzen. Die Folge wären geringere Einnahmen, die andernfalls zur Quersubventionierung weniger rentabler Fernverbindungen genutzt werden. EVG-Chef Martin Burkert warnt eindringlich:

“Wenn Italo hier Rosinenpickerei betreiben darf und die Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, zerlegt das unseren Fernverkehr.”

DB-Fernverkehrschefin Evelyn Palla hat laut Bild bereits angekündigt, dass der Fernverkehr in ländlichen Regionen unter der Vergabe gewinnbringender Trassen an Konkurrenten leiden werde. Gegenüber der Tagesschau betonte sie ihre Verantwortung: “Wir als Deutsche Bahn tragen Verantwortung für die Mobilität in Deutschland. Nicht nur auf den stark nachgefragten Verbindungen, sondern eben für ein funktionierendes Gesamtsystem.” Palla warnt vor einer Überlastung wichtiger Knotenpunkte und dem Wegfall von Fahrten auf schwächer ausgelasteten Strecken, falls lukrative Trassen an Wettbewerber vergeben werden. Gleichzeitig stellt sie klar, dass sie Wettbewerb grundsätzlich befürworte.

Die EVG-Analyse zeigt, dass ein Markteintritt von Italo an den Bahnhöfen Aachen, Bamberg, Chemnitz, Cottbus, Freiburg, Ingolstadt, Jena, Magdeburg, Norddeich Mole, Osnabrück, Rostock, Saarbrücken, Schwerin und Singen massive Auswirkungen auf den Fernverkehr hätte. Auch Augsburg und Münster, die mit rund 300.000 Einwohnern zu den 25 größten Städten Deutschlands zählen, wären betroffen. In Trier, wo derzeit keine Fernzüge halten, würde eine geplante IC-Anbindung entfallen.

Der Gewerkschaftsvorsitzende fordert daher Paketlösungen bei der Trassenvergabe. Italo müsse verpflichtet werden, auch Zuglinien in der Provinz zu bedienen. Diese Forderung wird auch vom bundeseigenen Bahn-Konzern unterstützt. Bahnchefin Palla hat die Politik kürzlich aufgefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. “Sonst droht ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken”, warnte sie.

Das Bundesverkehrsministerium zeigte sich zurückhaltend. Eine Sprecherin teilte mit, man habe die Berichte zur Kenntnis genommen, wolle sich aber zu “Spekulationen dieser Art” nicht äußern. Anders der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Christian Bernreiter aus Bayern. Er sagte der ARD:

“Die Idee, nur noch große Metropolen miteinander zu verbinden, stößt auf wenig Gegenliebe bei den Verkehrsministerinnen und Verkehrsministern der Länder. Rosinenpickerei nur für rentable, große, schnelle Strecken, das geht gar nicht.”

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