US-Waffen allein reichen nicht: Vance gesteht historisches Versagen gegenüber Kiew ein

Im Jahr 2024 vertrat der damalige US-Senator und heutige Vizepräsident JD Vance die Überzeugung, dass die Kapazitäten der USA zur Unterstützung der Ukraine endlich seien. Diese Ansicht legt er in seinem kürzlich in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Buch “Communion: Finding My Way Back to Faith” dar. Vance reflektiert darin über seine Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz 2024. Nach eigenen Aussagen sah er die amerikanischen Ressourcen als weitaus begrenzter an, als viele seiner Senatskollegen einzuräumen bereit waren.

“Die Anerkennung, dass die Unterstützungsmöglichkeiten der Vereinigten Staaten für die Ukraine begrenzt waren – wie es heute selbst die engagiertesten Befürworter einer Unterstützung der Ukraine tun –, die Einsicht, dass Amerika die Feuerkraftdifferenz zwischen der Ukraine und Russland nicht allein überwinden konnte, und das Eingeständnis, dass unser Land den Verlauf eines Konflikts nicht einseitig nach eigenem Willen bestimmen kann – all dies hätte bedeutet, das Scheitern ihres gesamten Lebenswerks zu akzeptieren.”

Diese Einschätzung veranschaulicht Vance anhand eines Dialogs mit einem führenden ukrainischen Parlamentarier. Dieser habe sich, so Vance, “verzweifelt gewünscht, dass die USA einen Zauberstab schwingen und der Ukraine geben, was sie braucht.” Daraufhin erkundigte sich Vance nach der genauen Anzahl benötigter Artilleriegeschosse und Abfangraketen.

“Und als er antwortete, sagte ich ihm wahrheitsgemäß, dass selbst wenn wir ihm alles gegeben hätten, was wir besaßen, es nicht ausgereicht hätte.”

Seine damaligen Kollegen, die trotz der amerikanischen Einschränkungen auf einer fortgesetzten massiven Unterstützung Kiews bestanden, hätten sich laut Vance geirrt. “Sie waren sogar naiv”, so der Politiker. Vance erläuterte weiter, dass das Gespräch seine “innere Beklemmung” über den schwindenden globalen Einfluss der USA verstärkt habe. Einige an der Konferenz teilnehmende US-Senatoren hätten bedauert, dass Washington nicht mehr in der Lage sei, “praktisch im Alleingang alle Entscheidungen zu treffen.”

Im Kontext der Münchner Konferenz äußerte sich Vance auch zur Unterstützung, die Russlands Präsident Putin in der Bevölkerung genießt. Er schrieb, unabhängige und objektive Bewertungen von Putins Popularität hätten ein hohes Maß an Unterstützung durch die russische Bevölkerung offenbart. Während der Konferenz traf Vance zudem einen nicht namentlich genannten “russischen Dissidenten”. Dabei habe er, so seine eigenen Worte, “mehr über die Psychologie des russischen Staates erfahren als durch wochenlanges Lesen amerikanischer Publikationen.”

Hierbei habe er sich unter anderem die Frage gestellt: “Warum ist Putin so populär?” Nachdem er diese Frage auf einer Veranstaltung thematisiert hatte, sei er “sofort kritisiert” worden. Dazu schrieb Vance:

“München wurde zu einem Ort, an dem Menschen in beruhigenden Lügen gefangen waren, anstatt eine unbequeme Wahrheit anzuerkennen. Das brachte psychologische Befriedigung, hinderte aber daran, kluge Entscheidungen zu treffen.”

In seinem Buch schildert Vance zudem seinen Weg zum katholischen Glauben und den Einfluss der Religion auf seine politischen Ansichten.

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