Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zeigte am Freitagmorgen erneut Anzeichen einer Verlangsamung. Nur einen Tag zuvor hatten die Öltransporte durch die Meerenge erstmals wieder einen deutlichen Anstieg verzeichnet, nachdem die USA und Iran sich darauf geeinigt hatten, ihre gegenseitigen Blockaden aufzuheben.
Am Freitagvormittag waren keine Öltanker zu beobachten, die den Persischen Golf verließen. Allerdings tauchte ein Supertanker (VLCC) vor der omanischen Hauptstadt Maskat wieder auf, was darauf hindeutet, dass er die Straße von Hormus bereits passiert hatte. Zudem durchquerten ein mit Iran verbundenes Flüssiggas-Schiff (LPG) sowie ein unter norwegischer Flagge fahrender Produkttanker die Meerenge in Richtung Persischer Golf.
Gleichzeitig näherten sich vier voll beladene Supertanker, die bislang im Persischen Golf festsaßen, der Straße von Hormus. Zwei mit Indien verbundene VLCCs nahmen am Freitag Kurs auf die Meerenge, während sich zwei weitere ostwärts bewegten, um näher an die Wasserstraße heranzukommen.
Die relative Ruhe fiel jedoch mit wachsenden Zweifeln zusammen, ob die USA und Iran die strittigen Punkte ihres Memorandums of Understanding innerhalb der vereinbarten 60 Tage klären können. Geplante Gespräche in der Schweiz wurden abgesagt. Zugleich erklärte das israelische Militär, Ziele im Südlibanon angegriffen zu haben – trotz Warnungen aus Washington, davon abzusehen. Mittlerweile kam es an dieser Front zu einer Waffenruhe.
“Der unmittelbare Zusammenbruch der ersten geplanten Verhandlungsrunde ist ein Rückschlag für die Bemühungen um eine Stabilisierung der Region”, erklärte das auf maritime Risiken spezialisierte Unternehmen Marisks in einer Mitteilung an Kunden, die Bloomberg vorliegt. “Sollte die diplomatische Annäherung nicht wieder aufgenommen werden, dürfte das Sicherheitsumfeld volatil bleiben. Für die Schifffahrt bedeutet dies anhaltende Unsicherheit.”
Die iranische Behörde für die Schifffahrt in der Straße von Hormus gab am Freitag bekannt, dass Schiffen im Rahmen der Absichtserklärung für einen Zeitraum von 60 Tagen die Durchfahrt durch die Meerenge gestattet wird.
In einer Mitteilung auf X erklärte die Behörde, dass Reedereien ihren Antrag auf Durchfahrt mindestens 48 Stunden vor der geplanten Passage einreichen müssen. Während des 60-tägigen Zeitraums würden für die Durchfahrt keine Gebühren erhoben, hieß es weiter. Die Kosten für Sicherheits-, Schutz- und Umweltdienstleistungen sowie den damit verbundenen iranischen Versicherungsschutz übernehme die iranische Regierung.
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