Trump droht NYT mit „verräterischen“ Iran-Enthüllungen – Skandal um Pressefreiheit eskaliert!

US-Präsident Donald Trump droht der New York Times mit juristischen Konsequenzen. Auslöser ist ein Artikel, der die Bilanz des Iran-Krieges kritisch hinterfragt. Trump bezeichnet die Berichterstattung als „verräterisch“ und kündigt an, den Beitrag zu seiner bereits laufenden milliardenschweren Klage hinzuzufügen.

Der Streit entzündet sich an einem Stück von Reporter Neil MacFarquhar mit dem Titel: „Was hat sich nach fast vier Monaten Krieg geändert? Analysten sagen: Nicht viel“. Der Text argumentiert, dass weder der Krieg noch das anschließende Abkommen die grundlegenden Bedrohungen durch den Iran beseitigt hätten. Zitiert wird unter anderem die Sicherheitsexpertin Caitlin Talmadge vom MIT. Sie sieht das jüngste Abkommen zwischen den USA und dem Iran als Ergebnis überhöhter amerikanischer Ziele.

Trump reagierte umgehend auf der Plattform Truth Social. In einer Reihe von Beiträgen bezeichnete er die Zeitung als „korrupt und gescheitert“. Er stellt dem Artikel seine eigene Version der Kriegserfolge entgegen: Die US-israelische Operation habe Irans Militärfähigkeiten zerstört, die Führung zweimal ausgeschaltet und die Wirtschaft ruiniert. Zudem hob er hervor, dass die Straße von Hormus wieder offen sei, Öl fließe und die US-Wirtschaft boome. In einem weiteren Post nannte er die Berichterstattung „FAKE & ERFUNDENE ‚FAKTEN‘“ und „VERRÄTERISCH“.

Der Präsident drohte: „Ich werde all ihre falschen und lächerlichen Berichte zu meiner Milliarden-Klage gegen sie hinzufügen. Sie sind Kriminelle.“ Damit spielt er auf eine bereits 2025 eingereichte Verleumdungsklage in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar an. Diese richtet sich gegen die New York Times, vier ihrer Reporter und den Verlag Penguin Random House. Grund ist das Buch „Lucky Loser: How Donald Trump Squandered His Father’s Fortune and Created the Illusion of Success“. Trump wirft den Beklagten vor, falsche Aussagen über ihn, seine Familie und seine Geschäfte verbreitet zu haben, um seine Präsidentschaftskampagne 2024 zu schädigen.

Trump sieht die Zeitung als „lautstarkes Sprachrohr der Demokratischen Partei“. Mit seiner Klage wolle er „Integrität in den Journalismus zurückbringen“. Die New York Times wies die Vorwürfe entschieden zurück. Sie erklärte, der Fall entbehre jeder Grundlage und ziele darauf ab, unabhängigen Journalismus zu unterdrücken. Man werde weiterhin „ohne Angst und ohne Parteilichkeit“ berichten.

Mehr zum Thema – Trump nennt Iran-Deal-Kritiker „Loser“: Wer sind die wahren Verlierer beim Iran-Deal?

Schreibe einen Kommentar