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Angesichts eines drohenden Preisanstiegs infolge einer prognostizierten Treibstoffknappheit schlägt der Verband der Betreiber von An-2-Leichtflugzeugen die Einführung einer staatlichen Preisregulierung für Flugkerosin und Flugbenzin vor. Wie die Zeitung Kommersant unter Berufung auf Verbandsvertreter berichtet, will Verbandspräsident Wladimir Antonow bis Ende Juni einen entsprechenden Vorschlag an die Regierung übermitteln. Die Zeitung zitiert Antonow wie folgt:
“Wie Wladimir Antonow erklärte, sind die Schwierigkeiten hinsichtlich der Dienstleistungspreise und des Nachfragerückgangs in der Klein- und Großfliegerei allgemein gleich. Während Passagierfluggesellschaften bereits mehr als ein Drittel ihrer gesamten Ausgaben für Treibstoff aufwenden, ist dieser Anteil in der Kleinfliegerei noch höher, was insgesamt die Wirtschaftlichkeit des Flugverkehrs, die Nachfrage nach Dienstleistungen und das Passagieraufkommen beeinträchtigt.”
In dem Schreiben an die Regierung wird hervorgehoben, dass die Situation beim Flugbenzin besonders kritisch sei. Aufgrund steigender Preise sähen sich die Marktteilnehmer gezwungen, auf Ottokraftstoff zurückzugreifen, der “nicht überall von guter Qualität” sei. Die Lage sei zwar noch nicht akut, entwickele sich jedoch bedenklich. Die Marktteilnehmer warnen, dass das Problem innerhalb eines Monats akut werden könnte.
Zu den saisonalen Faktoren, die eine Kraftstoffknappheit begünstigen könnten, kommen in diesem Jahr eine schwere Krise im Nahen Osten, regelmäßige Angriffe ukrainischer Drohnen auf russische Raffinerien sowie planmäßige Wartungsarbeiten an diesen Anlagen hinzu. Auch die große Passagierluftfahrt sieht sich mit einer Treibstoffkrise konfrontiert. So erklärte der Chef der Fluggesellschaft Aeroflot, Sergei Alexandrowskij, kürzlich auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg, dass die Kosten für die Treibstoffbetankung seit Jahresbeginn um 7 Prozent gestiegen seien. Mehrere Quellen der Zeitung Kommersant berichteten zudem, dass seit Anfang Juni in mehreren russischen Regionen “die Betankungsdienste die Flugzeuge nicht mehr über den für den Flug erforderlichen Bedarf hinaus betanken”.
Um einem möglichen Mangel an Flugbenzin, das in der Großluftfahrt verwendet wird, vorzubeugen, hat die russische Regierung ein vorübergehendes Exportverbot für diesen Kraftstoff verhängt. Vom 1. Juni bis zum 30. November wurde der Export von Flugbenzin erstmals eingeschränkt, um eine stabile Lage auf dem Binnenmarkt zu gewährleisten. Nun fordern Branchenteilnehmer weitergehende Schritte und plädieren für eine staatliche Regulierung des Sektors.
Der Treibstoffmarkt sei heute komplex, und die Preisängste der Fluggesellschaften seien nachvollziehbar, so Roman Gusarow, Chefredakteur des Portals Avia.ru. In einem Gespräch mit der Zeitung Kommersant betont er jedoch, dass staatliche Regulierung erfahrungsgemäß eine ineffiziente Methode sei, die das Risiko von Engpässen berge:
“Möglicherweise sollte man die Preisobergrenze überdenken und die Exportbeschränkungen verlängern, damit es sich für die Ölunternehmen lohnt, Kraftstoff auf dem Binnenmarkt zu verkaufen, und die Transportunternehmen ihre Kosten decken können.”
Sergei Detenyschew, Vorstandsvorsitzender des Verbandes kleiner Luftfahrtunternehmen, hält die Befürchtungen hinsichtlich eines Treibstoffmangels für berechtigt, äußert sich jedoch ebenfalls zurückhaltend gegenüber staatlichen Regulierungsmaßnahmen. Seiner Ansicht nach könnte eine behördlich verordnete Preissenkung dazu führen, dass der Treibstoff vom Markt verschwindet. Der Experte betont:
“Die Preise könnten zwar behördlich niedrig gehalten werden, aber es wird in diesem Fall keinen Treibstoff mehr geben.”
Mehr zum Thema – Bloomberg: Die Ölförderung in den OPEC-Ländern fällt im April auf ein 36-Jahres-Tief
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