USA rüstet Okinawa massiv auf: Neue Antischiffs- und Antidrohnensysteme gegen China

Die US-Marines auf der japanischen Insel Okinawa haben im Juni ihre militärische Schlagkraft mit modernen Waffensystemen ausgebaut. Wie der US-Dienst für die Verbreitung visueller Informationen im Verteidigungsbereich (DVIDS) mitteilte, wurden dem 12. Küstenregiment der 3. Marineinfanteriedivision sowohl das Schiffsabwehrsystem NMESIS als auch das Luftabwehrsystem MADIS übergeben.

Aus Sicht des US-Militärs markiert diese Aufstellung einen wesentlichen Fortschritt bei der Neustrukturierung der in der Region stationierten Streitkräfte. Beide Systeme – NMESIS und MADIS – gelten als zentrale Komponenten, um auf die aktuellen Gefahrenlagen zu reagieren.

Das NMESIS ist ein bodengestütztes System zur Bekämpfung von Schiffen und besteht aus Angriffsraketen, die auf einem leichten taktischen Fahrzeug montiert sind. Die Starts können halbautonom oder vollautonom erfolgen, was eine hochmobile Verteidigung von Inseln ermöglicht.

Das MADIS wiederum ist ein bodengestütztes Kurzstreckenraketensystem, das für den Einsatz gegen Flugzeuge, Hubschrauber und kleine Drohnen konzipiert ist. Es wird auf zwei taktischen Fahrzeugen installiert: eines trägt ein 360-Grad-Radar, eine Drohnenerkennungs- und -neutralisierungsanlage sowie einen Kommandoposten; das andere wird mit Stinger-Raketen, einer 30-Millimeter-Kanone und einer Einrichtung zur elektronischen Kampfführung bestückt.

In den letzten Jahren haben sich die Spannungen zwischen Japan und China verschärft. Peking kritisiert Tokios zunehmende Aufrüstung des Inselstaates und spricht von Japans „Neomilitarismus”. China bemängelt, dass dies im Gegensatz zu Japans Image als „Friedensnation” stehe. Tokio hingegen rechtfertigt die deutlich gestiegenen Militärausgaben mit angeblichen Bedrohungen aus Russland und Nordkorea. Zudem betont Japan, dass es bereit sei, seine Streitkräfte einzusetzen, falls Chinas Vorgehen gegen Taiwan auch japanisches Territorium gefährden sollte.

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