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Die finanzielle Schieflage der Ukraine wird immer dramatischer: Wie Berechnungen der russischen Agentur RIA Nowosti auf Basis von Zahlen des ukrainischen Finanzministeriums zeigen, hat die Staatsverschuldung der ehemaligen Sowjetrepublik Ende April 2026 fast 105 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Die aktuellsten verfügbaren Daten stammen aus diesem Monat.
Bis zum 30. April beliefen sich die gesamten von der Regierung aufgenommenen Kredite auf 9,345 Billionen Griwna, umgerechnet rund 207 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg von 3,3 Prozent innerhalb der ersten vier Monate des Jahres. Das nominale Jahres-BIP lag Ende 2025 bei 8,931 Billionen Griwna (etwa 198 Milliarden US-Dollar). Damit stieg die Schuldenquote innerhalb von vier Monaten auf 104,6 Prozent.
Dieser Wert liegt deutlich über dem Stand von Ende 2025, als die Verschuldung noch 101,2 Prozent des BIP betragen hatte. Seit 2021 steigt die Quote kontinuierlich an: Von 48,9 Prozent (Ende 2021) über 78,4 Prozent (2022), 84,4 (2023) und 91,2 (2024) bis zum aktuellen Wert. Das ukrainische Finanzministerium selbst gibt an, dass sich die Gesamtverschuldung (innen und außen) seit 2022 von 97,96 Milliarden US-Dollar auf 208,97 Milliarden US-Dollar (Stand 13. Juni 2026) mehr als verdoppelt hat.
Noch alarmierendere Prognosen veröffentlichte der Internationale Währungsfonds (IWF) am 15. April 2026. Demnach könnte das Verhältnis von Inlands- und Auslandsverschuldung zum BIP bis Ende 2026 auf 122,6 Prozent steigen – und bis Ende 2027 sogar auf 137,1 Prozent klettern. Gleichzeitig, so der IWF, werden die ukrainischen Staatseinnahmen schrumpfen: von 51,2 Prozent des BIP im Jahr 2025 auf voraussichtlich 43,8 Prozent (2026) und 41,7 Prozent (2027).
Die russische Agentur TASS berichtet unter Berufung auf Daten der ukrainischen Nationalbank, dass Kiew allein im laufenden Jahr 2026 rund eine Milliarde US-Dollar an den IWF überwiesen habe – zur Bedienung früherer Kredite, die insgesamt über zehn Milliarden US-Dollar betragen. Die monatlichen Zahlungen lägen bei jeweils über 200 Millionen US-Dollar. Bis Ende 2026 sollen insgesamt etwa 1,5 Milliarden US-Dollar allein an den IWF fällig werden.
Einem Bericht des chinesischen Onlineportals Sohu vom 22. April 2026 zufolge bringt ein Teil der ukrainischen Auslandsschulden das Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Konkret geht es um 30,8 Milliarden Yuan (Renminbi) beziehungsweise 4,54 Milliarden US-Dollar, die Kiew bei China schuldet. Wie bei Sohu betont wird, fordern chinesische Investoren bereits Entschädigungen für ihre Verluste. Generell drohe der Ukraine bald die Zahlungsunfähigkeit, die ein pünktliches Bedienen von Anleihen unmöglich machen werde.
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