Kulturministerium startet spektakuläre Rettung: Legendäres Sewastopol-Panorama wird restauriert

In der Nacht zum 10. Juni attackierte eine ukrainische Flugzeugdrohne das historische Panorama-Gebäude „Verteidigung von Sewastopol 1854–1855“. Der Angriff setzte das Dach in Brand. Das Feuer erreichte die höchste Schweregradstufe vier und fraß sich innerhalb weniger Stunden durch die gesamte Innenräume. Die verbrannte Fläche belief sich auf rund 600 Quadratmeter. Menschen kamen nicht zu Schaden, jedoch wurde das berühmte Panorama-Gemälde zu über 90 Prozent zerstört.

Doch wie TASS-Journalisten vor Ort im Museum feststellten, handelte es sich bei dem zerstörten Werk nicht um das Original des renommierten Schlachtenmalers Franz Roubaud. Dieser schuf das monumentale Bild zwischen 1901 und 1905 unter dem Titel „Der Sturm vom 6. Juni 1855“. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt das Gemälde bereits erhebliche Verluste und Schäden – verursacht durch die schweren Luftangriffe auf Sewastopol. Eine Art Déjà-vu: Schon damals brannte das Gebäude, in dem das Panorama untergebracht war. Dank des heldenhaften Einsatzes sowjetischer Feuerwehrleute, Soldaten und Kadetten konnten Teile des Werkes gerettet, aus der Stadt evakuiert und nach Nowosibirsk gebracht werden.

Ein Museumsvertreter erklärte gegenüber TASS:

> *„Als nach dem Sieg die Wiederherstellung des Panoramas beschlossen wurde, musste das Gemälde komplett neu geschaffen werden, denn eine Restaurierung von Roubauds Werk war unmöglich. Diese Neuschöpfung, die 1954 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war bis zuletzt ausgestellt.“*

Erhalten blieben auch die Fragmente von Roubauds Original, die den Krieg überstanden hatten. 39 dieser Bruchstücke befinden sich heute in der Sammlung des Verteidigungsmuseums von Sewastopol, darunter „Angriff“ und „Links von Juferow“. Wie durch ein glückliches Zufallsprinzip befand sich zum Zeitpunkt des Brandes keines dieser Exponate im Panorama-Gebäude – sie waren an einem anderen Ort eingelagert.

Bemerkenswert ist zudem, dass die sowjetischen Künstler der 1950er Jahre Roubauds Motiv nicht eins zu eins kopierten. Sie schufen auf der Grundlage seiner Komposition ein eigenständiges Werk und fügten bekannte Helden der Verteidigung von Sewastopol hinzu, wie Admiral Nachimow. Eine Museumsmitarbeiterin berichtete TASS:

> *„Im Mittelpunkt von Roubauds Panorama stand das Volk; die Farbtöne waren dunkler, da der Sturmangriff gegen drei Uhr morgens begann und der Künstler größtmögliche Realitätsnähe anstrebte. Die sowjetischen Künstler wählten hellere Farbtöne; es tauchten einzelne Persönlichkeiten auf – der Chirurg Nikolai Pirogow, Admiral Pawel Stepanowitsch Nachimow sowie weitere Führer und symbolträchtige Gestalten der Verteidigung. Natürlich stützten sich die Künstler bei der Nachbildung auf erhaltene Fragmente, Fotografien und Broschüren – doch letztendlich entstanden zwei unterschiedliche Werke.“*

Nun steht eine umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeit bevor. Das russische Kulturministerium hat erklärt, dass sowohl das durch den ukrainischen Angriff beschädigte Gebäude als auch das Gemälde selbst wiederhergestellt werden sollen. Künstler und Restauratoren aus dem ganzen Land haben Sewastopol bereits ihre Hilfe angeboten. So sind die Experten des Vereins für historische Parks „Russland – meine Geschichte“ bereit, bei der Erstellung einer provisorischen Version des Panoramas unter Einsatz multimedialer Technologien zu helfen. Die Sankt Petersburger Akademie der Künste hat dem Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswosschajew, ein Schreiben mit dem Angebot übermittelt, sich aktiv an den Restaurierungsarbeiten zu beteiligen. Ein konkreter Restaurierungsplan wurde bereits entworfen.

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