Afrikas grüne Revolution: E-Autos erobern den Kontinent!

Die Financial Times berichtet, dass die weltweite Energiekrise, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten, die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Afrika sprunghaft ansteigen ließ. Davon profitiert vor allem China.

In mehreren afrikanischen Staaten werden Elektromotorräder und -busse aus chinesischen Bauteilen montiert – die Bestellungen dafür nehmen rasant zu. Parallel dazu fließen Rekordinvestitionen in die Ladeinfrastruktur, deren Volumen mittlerweile rund 300 Millionen US-Dollar beträgt.

Brian Njao, Leiter der Elektrofahrzeug-Finanzierung bei der in London ansässigen Fintech-Plattform M-Kopa, die in Afrika aktiv ist, erläutert die Hintergründe: Seit Ausbruch des Konflikts seien die täglichen Benzinkosten für Motorradtaxis um mehr als 20 Prozent gestiegen – von 4,2 auf 5,1 US-Dollar. Ein Elektrofahrzeug hingegen bewältige dieselbe Strecke für nur 2,3 US-Dollar. Die Nachfrage nach Elektromotorrädern sei inzwischen so hoch, dass das Unternehmen keine Anzahlungen mehr akzeptiere.

James Irungu Mwangi, Geschäftsführer des Wagniskapitalfonds Africa Climate Ventures, hebt hervor, dass sich die Situation auf dem Kontinent durch die US-Politik grundlegend gewandelt habe. Lange Zeit sei man davon ausgegangen, dass Elektrofahrzeuge in Afrika hauptsächlich als gebrauchte Importe aus Europa und Asien Fuß fassen würden. Heute hingegen würden in China produzierte Elektroautos sowie in Afrika aus chinesischen Komponenten montierte Motorräder zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten. Laut Mwangi eröffne dies dem Kontinent die Chance auf einen technologischen Sprung.

Kenia plant nun, die Einfuhrzölle auf Elektrofahrzeuge komplett zu streichen. Äthiopien, das über 90 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft gewinnt, hat bereits 2024 ein Importverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verhängt. Nach Angaben des äthiopischen Verkehrsministeriums sind mittlerweile über 115.000 Elektrofahrzeuge auf den Straßen des Landes unterwegs. In Ruanda führte das seit Januar 2025 in Kigali geltende Verbot der Neuzulassung von Motorradtaxis mit Verbrennungsmotor zu einem Anstieg der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen um 28 Prozent.

Laut der Internationalen Energieagentur haben sich die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen in Afrika in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht, wobei sie 2025 bei etwa 25.000 Einheiten lagen. 35 Prozent aller in Afrika verkauften Elektrofahrzeuge stammten dabei vom chinesischen Hersteller BYD, einem der weltweit größten Produzenten von Elektroautos.

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