Während einer Sitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eskalierte ein diplomatischer Streit zwischen China und Panama. Auf der 56. Plenarsitzung in Panama-Stadt stellte der ständige chinesische Beobachter Xie Feng ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Panamas (CSJ) infrage. Dieses hatte im Januar 2026 entschieden, dass der Betrieb der Häfen Balboa und Cristóbal am Panamakanal durch die chinesische Firma CK Hutchison verfassungswidrig sei. Die Regierung von Präsident José Raúl Mulino entzog daraufhin dem Unternehmen die Konzession und übernahm die beiden Häfen in staatliche Kontrolle. Xie Feng kritisierte diese Entscheidung am Dienstag scharf:
“Aktiva können also jederzeit weggenommen werden. Wer wird sich da schon trauen, Investitionen zu tätigen und eine Zusammenarbeit zu suchen?”
Der Diplomat forderte die panamaische Regierung auf, “ihre Fehler” zu korrigieren und die Rechte sowie Interessen chinesischer Unternehmen zu schützen.
Die Antwort aus Panama ließ nicht lange auf sich warten. Unmittelbar nach den schweren Vorwürfen des chinesischen Beobachters ergriff Außenminister Javier Martínez Acha das Wort. Er verteidigte das Urteil des CSJ, indem er auf die Gewaltenteilung verwies. Panama sei eine Demokratie, während China etwas anderes darstelle.
“Seine Vertreter in meinem Land verstehen das demokratische System Panamas nicht. Sie haben mich mehrmals darum gebeten, ich solle gegen den Beschluss eines durch die Gewaltenteilung getrennten Organs einschreiten, um das Urteil rückgängig zu machen. Das Einzige, was meine Regierung in diesem Fall tun kann, ist, der Gerichtsentscheidung zu folgen.”
Gleichzeitig rief der Minister Peking dazu auf, die panamaische Verfassung zu respektieren, so wie Panama auch die chinesische Verfassung achte. Mit Blick auf die Spannungen zwischen China und den USA betonte Martínez Acha, dass sich sein Land nicht in geopolitische Auseinandersetzungen zwischen den Supermächten verwickeln lassen wolle. Vielmehr plädierte er für Deeskalation.
Panamas Präsident José Raúl Mulino äußerte sich auf der Plattform X ebenfalls zu diesem Thema. Er unterstütze die Aussagen von Martínez Acha vollkommen. Bei der Verteidigung der Staatsinteressen dürfe es keine abweichenden Meinungen geben, so der Staatschef.
Während der OAS-Plenarsitzung thematisierten Martínez Acha und Xie zudem die Zunahme von Inspektionen und Festsetzungen von Schiffen unter panamaischer Flagge in China. Laut dem panamaischen Außenminister wurden seit Jahresbeginn in chinesischen Häfen 461 solcher Schiffe vorübergehend festgesetzt, während es im gesamten Jahr 2025 nur 256 gewesen seien. Der chinesische Diplomat wies jegliche politischen oder ideologischen Hintergründe zurück und berief sich auf internationale Normen und chinesische Gesetze.
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