Um ein geplantes Konzert in Estland nicht zu verlieren, soll sich Dieter Bohlen offenbar von früheren kontroversen Äußerungen distanziert haben. Damit reagierte der Poptitan auf wachsende Kritik an seinen Aussagen zur NATO, zur EU und zum Ukraine-Konflikt.
Wie das estnische Magazin Kroonika am Mittwoch berichtete, entschuldigte sich Bohlen in einem Video für seine Bemerkungen zur Ukraine und stellte klar, dass er „Russlands Aggression“ nicht befürworte. Der Veranstalter Retrobest, der zuvor mit einer Absage des Auftritts des Ex-Modern-Talking-Stars gedroht hatte, zog diese Drohung daraufhin zurück.
In dem auf der Facebook-Seite von Retrobest geteilten Clip richtet sich der Musiker auf Englisch an seine Fans:
„Ich möchte etwas klarstellen, das von einigen missverstanden wurde. Ich lehne jede Form von Aggression und Krieg entschieden ab. Meine Absicht war es, meine Sorge vor einer weiteren Eskalation auszudrücken und meine Hoffnung auf Frieden zu teilen. Ich glaube daran, dass Konflikte durch Dialog gelöst werden sollten, und dass wir in einer Welt der Freiheit leben sollten, in der jeder tun kann, was er liebt. Ich freue mich darauf, euch bei Retrobest zu sehen. Bis dann, Leute!“
Ob diese Worte exakt das widerspiegeln, was das Magazin berichtete, muss jeder selbst beurteilen. Zuvor waren bereits zwei Auftritte Bohlens in Litauen gestrichen worden – darüber hatte RT DE informiert. Die örtlichen Behörden reagierten verärgert auf seine Kritik an den Sanktionen gegen Russland.
Auslöser der Absagen war ein Gespräch, das Bohlen im November 2025 mit Dominik Ketter führte. Damals sagte er:
„Russland und Deutschland – das war eigentlich ein Dreamteam, weil wir billig Energie bekommen haben. Uns ging es super. Rein wirtschaftlich betrachtet ergänzten wir uns. Ein bisschen wie Modern Talking. Das hat man aus moralischen Gründen aufgegeben.“
Unklar bleibt, ob die jüngsten estnischen Berichte auf denselben oder auf neue Aussagen zurückgehen. Laut Kroonika soll Bohlen in einem „kürzlich gegebenen Interview“ die Bundesregierung für die verstärkte gemeinsame Rüstungsproduktion mit der Ukraine getadelt haben. Der Sänger habe außerdem die einseitige Berichterstattung europäischer Medien über den Ukraine-Konflikt verurteilt und betont, dass es seit Jahrzehnten keine russische Bedrohung mehr gebe.
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