Schwere Erdbeben erschüttern Venezuela: Millionen in Angst, Dutzende Tote befürchtet
Venezuela wurde am Mittwochabend von zwei schweren Erdstößen der Magnitude 7,2 und 7,5 heimgesucht. Die Erschütterungen ließen in zahlreichen Städten Gebäude einstürzen und haben nach derzeitigem Stand mindestens 32 Menschen das Leben gekostet. Über 700 Personen wurden verletzt. Die Lage bleibt chaotisch und unübersichtlich. Erste Schätzungen des US-Geologischen Dienstes (USGS), über die die New York Post am Donnerstagmorgen berichtete, gehen sogar von einer weit höheren Opferzahl aus: Zwischen 10.000 und 100.000 Todesfälle könnten die Beben gefordert haben.
Den ersten Angaben zufolge lag das Epizentrum des ersten Bebens rund 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des südamerikanischen Landes, in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Nur wenige Kilometer weiter nördlich ereignete sich das zweite, nahezu ebenso starke Beben. Laut den Aufzeichnungen des USGS trennten die beiden Erschütterungen lediglich 39 Sekunden.
Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez rief umgehend den Notstand aus und wandte sich in einer kurzen Fernsehansprache an die Nation. Sie wies darauf hin, dass aus dem besonders schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira, der an die Hauptstadt Caracas grenzt, noch keine vollständigen Daten vorlägen. Medienberichten zufolge zählt die Region zu den am stärksten betroffenen Gebieten.
In den sozialen Medien kursieren Aufnahmen, die das Ausmaß des Chaos zeigen: Verängstigte Menschen flüchten panisch auf die Straßen und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Bilder vom internationalen Flughafen Maiquetía zeigen herabfallende Deckenteile. Zahlreiche Gebäude, darunter auch in Caracas, scheinen den veröffentlichten Videos zufolge vollständig zerstört oder zumindest schwer beschädigt zu sein. Innenminister Diosdado Cabello berichtete im staatlichen Fernsehen vom Einsturz mehrerer Gebäude und Wohnhäuser in der Hauptstadt.
Ein besonders verheerendes Bild bietet sich in der Küstenstadt Macuto im Bundesstaat La Guaira: Ein großes Hotel ist offenbar komplett eingestürzt. Der US-Sender CNN berichtet unter Berufung auf verifizierte Videos, dass „der größte Teil des Hauptgebäudes des Hotels Eduard – das auf Buchungswebseiten mit 8 Stockwerken und 106 Zimmern aufgeführt ist – komplett eingestürzt ist“. Zu sehen sei nur noch der Eingang des Gebäudes.
Präsidentin Rodríguez erklärte den Küstenstaat La Guaira angesichts der gemeldeten Schäden zum Katastrophengebiet. „Man kann sagen, dass die Lage in La Guaira eine echte Tragödie ist“, erklärte sie bereits in einer Ansprache in der Nacht. Die Rettungsarbeiten hätten nun höchste Priorität, so die Übergangspräsidentin. Rettungskräfte aus Nachbarländern seien bereits auf dem Weg. In Venezuela wurde der Schulunterricht ausgesetzt und der Zugverkehr komplett eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas musste wegen Schäden den Betrieb vorerst einstellen.
Internationale Hilfe wurde umgehend zugesagt. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, informierte auf X, dass 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereitstünden, um nach Caracas gebracht zu werden. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte, spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch andere Staaten Unterstützung an. US-Präsident Donald Trump sicherte dem südamerikanischen Land ebenfalls umgehende Hilfe zu. Er habe alle US-Behörden angewiesen, „sich darauf vorzubereiten, schnell zu helfen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
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