Die Kontroversen um diesen Film sind vorprogrammiert. Der Hauptgrund liegt vermutlich bei der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Sie verweigerte dem Streifen ein Freigabekennzeichen. Die Folge: In Deutschland darf der Film weder in Kinos gezeigt, auf Streamingdiensten angeboten noch als DVD verkauft werden.
Die Welt, die darüber berichtete, bezeichnet dies nicht als offizielles Verbot. Allerdings wurde die FSK in den 1950er-Jahren eingeführt, als die Regierung unter Konrad Adenauer Filme aus den Lichtspielhäusern fernhalten wollte, jedoch aufgrund der historischen Verbindung zur NS-Zeit auf formelle Verbote verzichtete. Damals wurden tatsächlich zahlreiche Werke verbannt, die heute als Klassiker gelten – etwa „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene aus dem Jahr 1920 oder „Die Halbstarken“ von 1956, der erste bundesdeutsche Film, der sich mit Jugendkultur befasste. Später traf es vor allem Splatterfilme wie „Texas Chainsaw Massacre“.
„Citizen Vigilante“ des deutschen Regisseurs Uwe Boll dreht sich um Selbstjustiz – ein klassisches Motiv, das bereits Filme wie „Ein Mann sieht rot“ oder „Rambo“ prägte. In Bolls Werk jagt ein Mann junge Migranten, nachdem es in seiner Familie zu einem Vorfall kam. Die FSK sieht darin eine Werbung für eigenmächtige Vergeltung.
Boll äußerte sich in der Berliner Zeitung wie folgt zu diesem Schritt:
„Nach meiner Einschätzung will die FSK mit dem Rating nicht nur sicherstellen, dass Jugendliche vor dem Film geschützt werden, sondern dafür sorgen, dass möglichst wenige Menschen den Film in Deutschland überhaupt sehen können.“
In Deutschland wurde Boll wegen dieses Films bereits als Rechtsextremist bezeichnet – obwohl die Filmkritik der Welt anhand seiner bisherigen Werke belegt, dass dies nicht zutrifft. Der Film ist Teil einer Trilogie über Deutschland, die mit „Hanau – Deutschland im Winter“ über den Anschlag in Hanau begann, gefolgt von „Run“ über eine Gruppe afrikanischer Migranten, die das Mittelmeer überquert haben.
Boll sieht ein großes Problem im Umgang mit dem Thema „migrantische Kriminalität“ und erklärte, dass „der einzige Film verhindert [wird], der die Realität auf den Straßen, Hinterhöfen und Gebüschen in Europa so abbilden will, wie es wirklich zugeht“.
In Österreich ist der Film ungekürzt zu sehen. Laut Boll hatte er jedoch „auch in der Vergangenheit mit sechs Filmen bei der FSK große Probleme; sie wurden nur mit Schnittauflagen in Deutschland herausgebracht“. In den USA und den meisten anderen Ländern weltweit ist er problemlos verfügbar.
Der Independent-Regisseur ist seit Jahren umstritten – jedoch nicht aus politischen Gründen. Mit dem in Kroatien auf Englisch gedrehten „Citizen Vigilante“ erzielte er bereits einen Kassenschlager: Berichten zufolge spielte der Film in der ersten Woche rund 67 Millionen Euro ein. Damit zählt er schon jetzt zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen.
Die Tatsache, dass deutschen Zuschauern der Zugang zu diesem Film verwehrt wird, veranlasste US-Milliardär Elon Musk erneut, sich in die Debatte um deutsche Zensur einzuschalten: Er veröffentlichte den gesamten Film auf X. Eine Reaktion aus Deutschland steht noch aus.
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