Iran greift Frachter an – Trumps Hormus-Deal steht plötzlich in Flammen

Am Donnerstag attackierte die iranische Revolutionsgarde (IRGC) ein Frachtschiff unter der Flagge Singapurs in der Straße von Hormus. Wie zwei hochrangige US-Vertreter berichteten, wurde dabei die Brücke des Schiffes getroffen, jedoch kamen keine Personen zu Schaden.

Dieser Zwischenfall stellt das erst in der Vorwoche zwischen den USA und dem Iran geschlossene Abkommen auf eine harte Probe. Diese Übereinkunft zielte darauf ab, die Kämpfe zu beenden und die bedeutende Schifffahrtsroute wieder zu öffnen. Kurz vor dem Angriff hatte die iranische Marine Schiffe davor gewarnt, nicht genehmigte Wege durch die Meerenge zu befahren.

Infolgedessen setzte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) ihre Evakuierungsaktion für im Persischen Golf blockierte Schiffe vorübergehend aus, um die Sicherheitslage neu einzuschätzen.

Das auf 60 Tage ausgelegte Abkommen verpflichtet den Iran, die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen zu gewährleisten. Im Gegenzug hoben die USA ihre Blockade iranischer Häfen auf, lockerten Ölsanktionen und erlaubten Teheran erstmals seit Jahrzehnten den Verkauf von Rohöl in US-Dollar. Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu dem Angriff.

Die Revolutionsgarde gab am Donnerstag bekannt, dass sie drei Tanker, die die von der IMO freigegebene südliche Route durch die Straße von Hormus nutzten, zur Umkehr aufgefordert habe. Laut dem Schifffahrtsanalyseunternehmen Windward drehten insgesamt fünf Schiffe ab.

Zuvor hatte die Revolutionsgarde betont, dass jede Durchfahrt auf der von der IMO festgelegten Route “inakzeptabel und äußerst gefährlich” sei. Stattdessen sollten alle Schiffe ihre Passage mit den iranischen Behörden koordinieren.

Das später angegriffene Frachtschiff Ever Lovely hatte zuvor im irakischen Hafen Umm Qasr Ladung aufgenommen und war auf dem Weg nach Singapur. Der Eigentümer des Schiffes war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Die IMO hatte am Dienstag angekündigt, gemeinsam mit dem Iran, Oman, weiteren Anrainerstaaten und den USA eine Evakuierungsroute für Hunderte im Persischen Golf festsitzende Schiffe zu koordinieren.

IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte nach der Aussetzung der Operation, die Pause diene dazu, die Sicherheitsgarantien für alle Schiffe auf der Evakuierungsliste und in der Region erneut zu überprüfen. Das angegriffene Frachtschiff war nach seinen Angaben jedoch nicht Teil des IMO-Evakuierungsprogramms.

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