Das renommierte US-Wirtschaftsmagazin Forbes veröffentlicht zum 24. Mal seine jährliche Liste der 2000 größten Unternehmen der Welt – und die aktuellen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Trotz anhaltender Handelskonflikte, geopolitischer Unsicherheiten, hoher Energiepreise und steigender Inflation zeigen die globalen Schwergewichte weiterhin beeindruckende Wachstumsraten.
Laut der aktuellen Auswertung haben die gelisteten Unternehmen in sämtlichen vier Bewertungskriterien neue Rekordmarken erreicht:
“Die weltweit führenden Unternehmen erzielten einen kombinierten Jahresumsatz von 56 Billionen US-Dollar (sechs Prozent mehr als im Vorjahr), einen Gewinn von 5,5 Billionen US-Dollar (ein Plus von 13,9 Prozent) und besitzen ein Gesamtvermögen von 272 Billionen US-Dollar (ein Plus von 12,9 Prozent).
Besonders erstaunlich ist, dass die kombinierte Marktkapitalisierung der Global-2000-Unternehmen um satte 31,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresrekord wuchs und den Shareholder Value um mehr als 30 Billionen US-Dollar erhöhte.”
Ein wesentlicher Motor dieses Kapitalisierungsbooms ist die Künstliche-Intelligenz-Branche – sowohl unmittelbar als auch indirekt. Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Computerhardware und Software, darunter Giganten wie Microsoft und Alphabet, haben ihre kombinierte Marktkapitalisierung von 23,9 Billionen US-Dollar auf 41,4 Billionen US-Dollar fast verdoppelt. Forbes zufolge entfielen auf diese Sparte 57 Prozent des gesamten Anstiegs der Marktkapitalisierung aller im Ranking vertretenen Firmen.
Trotz dieses KI-Booms bleibt eine Konstante bestehen: Banken dominieren das Global-2000-Ranking weiterhin – sowohl was ihre Anzahl als auch ihr Vermögen betrifft. Die US-Großbank JPMorgan Chase führt die Liste zum vierten Mal in Folge an, mit einem Vermögen von 4,9 Billionen US-Dollar. Amazon rangiert mit einem Umsatz von 742,8 Milliarden US-Dollar und einer Marktkapitalisierung von 2,8 Billionen US-Dollar auf Platz zwei. Der Investmentkonzern Berkshire Hathaway sichert sich den dritten Rang. Alphabet, einer der führenden KI-Anbieter, kletterte mit einer Marktkapitalisierung von 4,8 Billionen US-Dollar um fünf Plätze nach oben und belegt nun den vierten Rang. Der staatliche saudische Öl- und Gaskonzern Saudi Aramco folgt mit einer Marktkapitalisierung von 1,8 Billionen US-Dollar auf Platz fünf.
Die Bank of America, Microsoft sowie drei der größten chinesischen Banken schafften es ebenfalls in die Top-Ten-Platzierungen.
Die größten Aufsteiger im diesjährigen Ranking sind Unternehmen aus dem KI-Sektor. Nvidia erreichte Platz 27 und ist mit einer Marktkapitalisierung von 5,5 Billionen US-Dollar das wertvollste Halbleiterunternehmen der Liste. SK Hynix verbesserte sich um 107 Plätze auf Rang 48, während das Cloud-KI-Unternehmen CoreWeave nach seinem Einstieg im Vorjahr um 706 Plätze auf Rang 1093 kletterte.
Betrachtet man die geografische Verteilung, so führen die Vereinigten Staaten das Ranking an: Noch 593 US-Unternehmen schafften den Sprung in die Liste, verglichen mit 612 im Vorjahr. China belegt mit 300 Unternehmen den zweiten Platz; unter Einbeziehung Hongkongs steigt die Zahl der Unternehmen aus Großchina auf 340. Japan folgt mit 179 Firmen auf dem dritten Rang, gefolgt vom Vereinigten Königreich (67), Südkorea (66), Kanada und Indien (jeweils 64 Unternehmen).
Die USA führen auch die Liste der Länder mit der höchsten kumulativen Marktkapitalisierung an: Diese liegt bei rund 67,9 Billionen US-Dollar und macht mehr als die Hälfte des gesamten Marktwerts aller gelisteten Unternehmen aus.
Kritiker weisen jedoch auf eine methodische Schwäche der Forbes Global 2000 hin: Die gleiche Gewichtung der vier Bewertungskriterien – Nettogewinn, Umsatz, Vermögen und Marktwert – bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Branchenzugehörigkeit verzerre das Bild zugunsten von Sektoren mit hohem Fremdkapitaleinsatz und schnellem Umsatz. Konkret bedeute dies, dass Banken und Versicherungen bei dieser Methode massiv überbewertet würden. Zudem würden die mit Fremdkapital finanzierten Aktiva nicht von den Eigenmitteln getrennt, sodass die tatsächliche Eigenkapitalbasis nicht korrekt dargestellt werde.
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