Gesundheitsfunktionäre schlagen Alarm: Ebola-Kampagne droht an Geldmangel zu scheitern

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Die unabhängige Gesundheitsbehörde des afrikanischen Kontinents hat ihren finanziellen Bedarf zur Bekämpfung des aktuellen Ebola-Ausbruchs drastisch nach oben korrigiert. Statt der ursprünglich veranschlagten 454 Millionen Euro werden nun rund 1,2 Milliarden Euro benötigt – mehr als das Dreifache der ersten Schätzung.

Diese angepasste Summe, so erklärte der Generaldirektor des Afrikanischen Zentrums für Krankheitskontrolle und -prävention (Africa CDC), Jean Kaseya, bei einer digitalen Pressekonferenz am Donnerstag, spiegele den rasant gestiegenen Bedarf in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda wider. Ursprünglich war man gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiteren Partnern davon ausgegangen, mit 454 Millionen Euro die nötigen Maßnahmen wie Überwachung, Laborausbau, Notfallvorräte und schnelle Eingreiftruppen finanzieren zu können.

In den beiden zentralafrikanischen Nachbarländern wütet derzeit ein Ausbruch des sogenannten Bundibugyo-Typs, der seit dem 15. Mai bereits über 300 Todesopfer gefordert hat. Besonders betroffen ist die Demokratische Republik Kongo: Gesundheitsminister des Landes bestätigte am Donnerstag mehr als 1.155 Infektionsfälle und 304 Tote. In Uganda hat die WHO zwischen 19 bestätigten Fällen, darunter zwei Todesfälle, und einem weiteren mutmaßlich tödlichen Fall registriert. Für diesen spezifischen Virustyp existiert weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie.

Trotz des ersten bestätigten Ebola-Falls in Frankreich – ein Arzt, der von einem humanitären Einsatz in der DR Kongo zurückgekehrt war – schätzt die WHO das Risiko einer größeren internationalen Ausbreitung weiterhin als gering ein.

Kaseya zeigte sich tief besorgt über die angespannte Lage in den kongolesischen Gesundheitssystemen, insbesondere in der Provinz Ituri, dem Epizentrum der Seuche. Die humanitären Bedingungen dort verschlechtern sich zusehends, da die Region seit Jahren unter Angriffen bewaffneter Banden leidet. Die anhaltenden Kämpfe haben in Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu zu massiven Bevölkerungsvertreibungen geführt. Laut dem humanitären UN-Büro haben allein in der Provinz Ituri über eine Million Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Diese Fluchtbewegungen erschweren die Nachverfolgung von Kontaktpersonen erheblich, da die Menschen ständig vor Gewalt fliehen oder sich durch abgelegene Gebiete bewegen.

Bislang seien zwar rund 166 Millionen Euro an finanziellen Zusagen eingegangen, doch erst 13 Prozent davon seien tatsächlich ausgezahlt worden, beklagte Kaseya. „Wenn wir diese 1,2 Milliarden Euro nicht erhalten und das humanitäre Problem nicht lösen, werden wir diesen Ausbruch nicht stoppen können“, warnte er gegenüber Reuters.

Am Freitag meldete das Africa CDC, dass China 1,75 Millionen Euro als Nothilfe bereitgestellt habe, um die Eindämmung des Bundibugyo-Ebola-Virus zu unterstützen und die betroffenen Mitgliedsstaaten zu entlasten.

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