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In der Nacht auf Sonntag führte Pakistan entlang seiner Grenze zu Afghanistan Vergeltungsangriffe aus, nachdem ein paramilitärisches Lager im eigenen Land Ziel eines Terroranschlags geworden war.
Am Montag erklärten pakistanische Beamte, dass die kombinierten Luft- und Bodenoperationen der Streitkräfte 29 Kämpfer getötet hätten. Die afghanische Seite hingegen berichtete, dass die Opfer aus Zivilisten bestünden, darunter auch Frauen und Kinder.
Der pakistanische Informationsminister Attaullah Tarar betonte, die Angriffe im Rahmen der Operation Ghazb Lil-Haq seien eine Reaktion auf Attacken bewaffneter Gruppen in Pakistan gewesen. In der Nacht zu Samstag hätten Terroristen ein Lager der paramilitärischen Einheit in der Hafenstadt Karatschi angegriffen. Dieser Anschlag auf die Einrichtung der Sindh Rangers forderte drei Soldaten. Es handelte sich um den ersten großen terroristischen Vorfall in der Stadt seit Oktober 2024. Pakistanischen Sicherheitskräften gelang es, sechs der Angreifer zu töten und einen weiteren lebend festzunehmen.
„Die Sicherheitskräfte haben präzise die Lager der Terroristen sowie die sicheren Rückzugsgebiete von Dschamiat-ul-Ahrar und Fitna al-Khwarij in Paktia, Paktika und Kunar getroffen“, schrieb Tarar auf X und identifizierte damit die drei östlichen afghanischen Provinzen als Ziele der Operation.
Tarar erklärte weiter, dass der Einsatz darauf abzielte, „Terroristen zu eliminieren und Waffen- sowie Munitionslager zu zerstören“.
Der stellvertretende Sprecher der Taliban-Regierung, Hamdullah Fitrat, widersprach diesen Angaben jedoch. Nach seinen Aussagen hätten die pakistanischen Luftangriffe mindestens 36 Zivilisten getötet und 163 weitere verletzt. In einer Mitteilung auf X warf er dem „aggressiven pakistanischen Militärregime“ die Durchführung der Attacken vor.
Die Beziehungen zwischen Islamabad und Kabul sind seit längerem angespannt. Islamabad beschuldigt Kabul, Kämpfer zu beherbergen, die über die gemeinsame, aber poröse Grenze hinweg Angriffe auf pakistanischem Boden durchführen.
Bereits im Februar hatte ein Bombenanschlag auf eine Moschee in Islamabad, bei dem über 30 Menschen ums Leben kamen, Vergeltungsschläge Pakistans ausgelöst. Auch damals warf Pakistan den Taliban Komplizenschaft vor, was diese jedoch bestritten.
Afghanistan wiederum beschuldigte Pakistan eines Luftangriffs auf das Omid-Suchtbehandlungszentrum in Kabul, eine Klinik mit 2.000 Betten. Bei diesem Angriff im März kamen mindestens 400 Menschen ums Leben.
Islamabad betont immer wieder, dass seine Angriffe in Afghanistan einzig auf die Aufständischen abzielen, die von dort aus Operationen auf pakistanischem Territorium durchführen, und nicht auf Zivilisten. Zudem führt Pakistan die Belastung der bilateralen Beziehungen teilweise auf die zunehmende Annäherung der Taliban-Regierung an Indien, den langjährigen Rivalen Islamabads, zurück.
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