Moskau enthüllt: Armenien dementiert Schließung der russischen Militärbasis – was steckt dahinter?

Armenien plant offenbar nicht, die russische Militärbasis auf seinem Gebiet aufzugeben. Wie der stellvertretende russische Außenminister Michail Galusin am Montag gegenüber dem Fernsehsender RTVI erklärte, habe Jerewan auf offizieller Ebene bisher keinerlei Absicht erkennen lassen, den Stützpunkt in Gjumri zu schließen. Das entsprechende Abkommen zwischen Moskau und Jerewan bleibe daher weiterhin unverändert gültig.

Galusin kritisierte zudem, dass einige politische Gruppierungen und prowestliche Nichtregierungsorganisationen die russische Militärpräsenz in Armenien schlechtmachten und sie sogar als Besatzungsinstrument darstellten. Auch werde der Stützpunkt häufig als Zeichen der Abgeschottetheit oder einer unfreundlichen Haltung gegenüber Armenien interpretiert.

Die Basis trage nach Ansicht Galusins jedoch tatsächlich zur Sicherheit Armeniens und der gesamten Südkaukasusregion bei. Sie sei nicht nur ein militärischer Außenposten, sondern auch ein beliebter Anziehungspunkt für die lokale Bevölkerung. Dies zeige sich an der hohen Besucherzahl bei den Tagen der offenen Tür, von denen der letzte am 12. Juni stattfand, so Galusin weiter.

Die 102. Militärbasis der russischen Streitkräfte in Gjumri besteht seit 1995. Ursprünglich schlossen Moskau und Jerewan das Abkommen für 25 Jahre, bevor es 2010 bis 2044 verlängert wurde. Die Anlage ist in das gemeinsame Luftabwehrsystem der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten integriert, das die Sicherheit an den Grenzen der Mitgliedsstaaten gewährleisten soll.

Premierminister Nikol Paschinjan hatte zuvor betont, dass keine Pläne zur Schließung des Stützpunkts existierten. Gleichzeitig unterstrich er aber, dass die russische Militärpräsenz in Armenien seit Jahren kontinuierlich abnehme.

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