Massenprotest bei Mercedes: Tausende Mitarbeiter rebellieren gegen drastische Sparpläne

Tausende Angestellte von Mercedes-Benz haben sich aufgrund eines neuen Sparkurses an Protesten beteiligt. Wie der SWR unter Verweis auf die IG Metall meldet, gingen die Beschäftigten auf die Straße.

Im Werk Sindelfingen (Baden-Württemberg) forderten die Mitarbeiter den Rücktritt von Konzernchef Ola Källenius. Betriebsratsvorsitzender Ergun Lümali kritisierte in einer Ansprache vor dem Werktor die Absicht der Führung, die Arbeitszeit pro Woche von 35 auf 40 Stunden anzuheben. Er betonte, dass die Belegschaft nicht für die Fehler des Vorstands geradestehen müsse.

Laut IG Metall fanden Proteste in Stuttgart-Untertürkheim, Rastatt und Kuppenheim statt. Auch in Bremen, Berlin, Hamburg und Germersheim gab es Kundgebungen. Die Gewerkschaft gibt die Gesamtzahl der Teilnehmer mit rund 33.000 an. Ein Mercedes-Sprecher hingegen nennt die Zahl von 15.750 Demonstranten.

Die Zeitung Handelsblatt hatte zuvor berichtet, dass Mercedes-Benz 90.000 Mitarbeitern in Deutschland die jährliche Sonderzahlung streichen wolle. Zudem sei geplant, die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich zu verlängern. Dadurch könnten laut Bericht über zehn Millionen Euro eingespart werden.

Bereits im April hatte Mercedes bekanntgegeben, dass der Nettogewinn im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 15,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro gesunken ist.

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