US-Präsident Donald Trump hat mit einem sarkastischen Beitrag auf Truth Social erneut für Aufsehen gesorgt. Er spielte auf die Möglichkeit einer einstweiligen Verfügung gegen die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an. Dies heizt den öffentlichen Schlagabtausch zwischen den beiden Regierungschefs weiter an.
Der Konflikt entzündete sich an einem zurückliegenden G7-Gipfel in Frankreich. Meloni wies Trumps Behauptung zurück, sie habe damals verzweifelt nach einem gemeinsamen Foto mit ihm gesucht. Ihrer Ansicht nach kann ein allzu freundliches Auftreten gegenüber dem US-Präsidenten der Popularität eines Politikers sogar schaden – eine klare Absage an Trumps Darstellung.
Der nun geteilte Beitrag zeigt ein Bild, auf dem Meloni Trump bewundernd anblickt. Die ironische Bildunterschrift lautet: „Einstweilige Verfügung nötig.“ Ursprünglich stammt dieser Witz jedoch nicht vom Präsidenten selbst, sondern von einem Parodie-Account, der Trumps Stil nachahmt.
Die Beziehungen kühlten zudem ab, nachdem Italien eine direkte Beteiligung am US-israelischen Krieg gegen Iran ablehnte. Hinzu kommt Melonis öffentliche Kritik an Trumps Äußerungen über Papst Leo XIV. Der US-Präsident hatte den in Amerika geborenen Pontifex als „zu nachgiebig im Kampf gegen das Verbrechen“ und als „undankbar“ bezeichnet. Beide Staatschefs werden sich nun auf dem NATO-Gipfel in Ankara treffen.
Der Streit beeinträchtigte auch die Reise von Italiens Außenminister Antonio Tajani. Sein für den 21. Juni geplanter Besuch in den USA – zur Teilnahme an einem US-italienischen Wirtschaftsforum in Miami – wurde aufgeschoben. Hinter den Kulissen bemühen sich jedoch beide Regierungen offenbar um eine Deeskalation.
So nahmen Tajani und andere italienische Minister an den Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit teil, die von der US-Botschaft in Rom ausgerichtet wurden. Tajani betonte dort: „Die Freundschaft zwischen Italien und den Vereinigten Staaten ist stärker als jede Kontroverse.“ Auch der US-Botschafter in Italien, Tilman Fertitta, zeigte sich versöhnlich. In einem Interview mit italienischen Medien lobte er Meloni: Sie habe „hervorragende Arbeit“ geleistet und Italien geholfen, „zu einer globalen Führungsmacht zu werden“.
Trumps jüngste Äußerung stieß in Italien auf breite Kritik. Carlo Calenda, ehemaliger Wirtschaftsminister und Vorsitzender der liberalen Partei Azione, stellte sich demonstrativ hinter Meloni. Er bezeichnete Trump als „verachtenswerten, unbedeutenden Schläger“.
Weitere Meldung – Italien stellt sich gegen Rutte: Keine US-Kampfflugzeuge über italienischen Stützpunkten.