In New York führten Komplikationen bei der Umwandlung eines Bürohochhauses zu einer weitreichenden Evakuierung: Insgesamt neun Gebäude in der Umgebung mussten geräumt werden, da Einsturzgefahr besteht. Diese Einschätzung stammt von der New Yorker Feuerwehr, die alarmiert wurde, nachdem Ziegelsteine von der Baustelle auf die Straße gefallen waren.
Bei dem betroffenen Bau handelt es sich um die ehemalige Konzernzentrale des Pharmariesen Pfizer, die derzeit in ein Luxuswohngebäude umgebaut wird. Im 21. und 22. Stock des insgesamt 38-stöckigen Gebäudes haben sich zwei tragende Säulen verformt, während die Decken zwischen dem 21. und dem 26. Stockwerk abgesackt sind – eine gefährliche Entwicklung, die sofortige Maßnahmen erforderte.
Das Gebäude befindet sich nur zwei Straßen vom East River entfernt, in unmittelbarer Nähe des UN-Hauptquartiers in Manhattan. Diese prominente Lage unterstreicht die Brisanz der Situation.
Laut einem Bericht der New York Post hatte die städtische Baubehörde zwischen Juli und Dezember des Vorjahres bereits sieben Mahnungen an die Baufirma geschickt, da die Arbeiten nicht mit den genehmigten Plänen übereinstimmten. Zudem wurde ein schwerer Unfall nicht gemeldet. Die erste Verwarnung erfolgte im Juli 2025, als ein Fensterteil aus dem achten Stock auf den Gehweg stürzte. Nur einen Monat später fiel ein Metallstück aus dem 33. Stockwerk. Im April folgte eine weitere Meldung über herabfallenden Schutt aus “großer Höhe”.
In dem Gebäude an der 42. Straße sollen dereinst 1.600 Wohnungen entstehen. Doch um 14:11 Uhr deutscher Zeit (kurz nach acht Uhr morgens in New York) wurde die Baustelle evakuiert, nachdem Bauarbeiter die beiden nachgebenden Säulen entdeckt hatten. Die plötzliche Gefahr zwang zu einem sofortigen Stopp aller Aktivitäten.
Im Zuge des Umbaus war zudem geplant, insgesamt 19 zusätzliche Stockwerke auf den ursprünglich 33-stöckigen Wolkenkratzer aufzusetzen. Fünf davon sind bereits fertiggestellt – doch das statische Verhalten des Gebäudes deutet nun darauf hin, dass es keine weiteren Aufstockungen geben wird. Derzeit wird der Bau mithilfe von Drohnen untersucht; da es sich noch immer bewegt, bleibt ein Betreten zu gefährlich. Auch eine vorläufige Sicherung des Gebäudes ist bislang nicht möglich.
“Zwei tragende Säulen haben nachgegeben, hinzu kommen zahlreiche Risse und absackende Böden”, erklärte New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani. “Das Gebäude bleibt instabil. Seit wir vor Ort sind, haben wir bei einer der beschädigten Säulen weitere Bewegungen festgestellt. Sobald das Stockwerk als sicher eingestuft wird, werden Ingenieure einsteigen und mit der Stabilisierung beginnen.”
Die Ereignisse werfen jedoch auch die Frage auf, ob die Baubehörde die statischen Anforderungen ausreichend geprüft hat oder ob es hierbei zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. In dieser Hinsicht haben New Yorker Immobilienentwickler einen zweifelhaften Ruf, der nun erneut in den Fokus rückt.
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