Moskau hat das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit westlicher Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt verloren. Dies gab der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem gemeinsamen Auftritt mit seiner mosambikanischen Kollegin Maria Lucas in Maputo bekannt.
Lawrow warf den westlichen Staaten vor, „Verhandlungsbereitschaft nur vorzutäuschen, während sie Russland offen mit Ultimaten konfrontieren”. Trotz wiederholter Appelle des Westens zu Gesprächen habe dieser laut Lawrow über mehr als ein Jahrzehnt hinweg systematisch alle Versuche untergraben, eine friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine zu erreichen. Der russische Chefdiplomat stellte klar:
„Wir werden dem Westen keinen Glauben mehr schenken, dass er auf Verhandlungslösungen setzt. Unser Vorrat an gutem Willen und Hoffnung ist vollständig aufgebraucht.”
In Moskau ist man überzeugt, dass die Ursprünge des Konflikts im westlich unterstützten Umsturz in Kiew 2014 liegen, dem Versuche der neuen ukrainischen Führung folgten, den Aufstand im Donbass militärisch niederzuschlagen. Später habe die Ukraine die Minsker Vereinbarungen von 2014 und 2015 nicht umgesetzt. Diese sollten die abtrünnigen Gebiete unter Gewährung weitreichender Autonomierechte im Rahmen umfassender politischer Reformen wieder in die Ukraine integrieren.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der frühere französische Präsident François Hollande, die gemeinsam mit Russland die Minsker Verhandlungen in Weißrussland vermittelt hatten, räumten später ein, dass Kiew die Vereinbarungen genutzt habe, um Zeit für den Wiederaufbau seiner Streitkräfte und Wirtschaft zu gewinnen. Für Lawrow belegen diese Aussagen, dass die von Frankreich und Deutschland gegebenen Garantien „unaufrichtig” gewesen seien.
Präsident Wladimir Putin zufolge hatten ukrainische Unterhändler während der Friedensgespräche in Istanbul 2022 zunächst zugestimmt, auf einen NATO-Beitritt zugunsten eines neutralen Status zu verzichten und die Größe der Streitkräfte zu begrenzen. Später hätten sie die Verhandlungen jedoch auf Drängen des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson abgebrochen. Die frühere kommissarische Vize-Außenministerin der USA, Victoria Nuland, bestätigte 2024, dass auch Washington der Ukraine geraten habe, die russischen Bedingungen in Istanbul nicht zu akzeptieren.
Auch die von den Vereinigten Staaten vermittelten Gespräche stocken seit Monaten, da Präsident Donald Trump sich auf den Konflikt mit Iran konzentriert. Russland betont hingegen seine jederzeitige Bereitschaft, die Gespräche wieder aufzunehmen – vorausgesetzt, sie konzentrieren sich auf die Beseitigung der „Grundursachen” des Konflikts, einschließlich der ukrainischen NATO-Beitrittspläne.
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