Am Dienstagmorgen, kurz vor sechs Uhr, rückten über 100 Polizeibeamte der Kieler Kriminal- und Bereitschaftspolizei im Hochhaus „Weißer Riese“ im Kieler Stadtteil Mettenhof an. Ziel der großangelegten Aktion war es, von allen Bewohnerinnen und Bewohnern ab 14 Jahren möglichst freiwillig eine DNA-Probe zu erhalten. Hintergrund ist ein Verfahren wegen versuchten Mordes an einer Polizistin, der durch einen Steinwurf verletzt wurde. Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen eine unbekannte Person.
Die betroffene Polizistin ist laut den *Kieler Nachrichten* (hinter einer Bezahlschranke) seit mehreren Wochen nicht dienstfähig. Der Vorfall ereignete sich während eines Einsatzes wegen Ruhestörung im problematischen Viertel Mettendorf. Vor dem Hochhaus durchschlug ein etwa 10 mal 20 mal 5 Zentimeter großes Bruchstück einer Gehwegplatte die Windschutzscheibe des Einsatzfahrzeugs und traf die 25-jährige Beamtin an Hand und Sprunggelenk.
Die Staatsanwaltschaft Kiel leitete nach der Untersuchung des Tatablaufs ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes ein, was zur heutigen DNA-Durchsuchung führte. **„An dem Pflasterstein konnten DNA-Spuren sichergestellt werden“**, erklärte eine Polizeisprecherin laut einer Agenturmeldung.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Kiel eine DNA-Reihenuntersuchung an, sodass nun alle Bewohner des Gebäudes eine Speichelprobe abgeben sollten. Um die Maßnahme transparent zu gestalten, wurden laut dem *NDR* Dolmetscher für Kurdisch, Arabisch und Polnisch hinzugezogen, um den Bewohnern den Vorgang auf Augenhöhe zu erläutern. Auch eine Staatsanwältin war vor Ort.
Die DNA-Probenentnahme erfolgte zunächst auf freiwilliger Basis und war auf Personen ab 14 Jahren beschränkt. Die Polizeibeamten mussten dafür von Stockwerk zu Stockwerk gehen und an jede Tür klopfen. In den 22 Wohngeschossen des Hauses leben nach Polizeiangaben mehr als 250 Menschen.
Die Razzia endete nach etwa fünf Stunden. Während des Einsatzes wurden auch Drohnen zur Sicherung rund um das Hochhaus eingesetzt. Bewohner, die von den Beamten nicht angetroffen wurden, erhielten ein Informationsschreiben in ihren Briefkästen. Darin fordert die Polizei sie auf, zeitnah freiwillig eine DNA-Probe abzugeben. Wann die Ergebnisse der Proben vorliegen, ist derzeit noch unklar.
Laut Informationen der *Bild*-Zeitung haben über 80 Prozent der im Gebäude angetroffenen Personen einer DNA-Entnahme zugestimmt. Die Staatsanwaltschaft hat laut Medienberichten außerdem eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Bisher haben sich jedoch noch keine Bewohner gemeldet.
Im Jahr 2025 musste die Polizei etwa 107 Einsätze in dem Hochhaus durchführen. Im laufenden Jahr waren es bereits mehr als 70.
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