Die niederländischen Behörden haben die Dürrewarnstufe von Stufe 1 (drohende Wasserknappheit) auf Stufe 2 (akute Wasserknappheit) erhöht, wie das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft mitteilte.
Dieser Schritt sei notwendig geworden, da die Flüsse einen historisch niedrigen Wasserstand aufweisen und die anhaltende Hitze anhält. Aufgrund fehlender Regenfälle und geringer Wasserführung sei der Zufluss von Wasser in das Land gesunken, während der Wasserverbrauch in den Sommermonaten hoch bleibe. Experten erwarten, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Wochen fortsetzen wird.
Um die Wasserreserven effizienter zu bewirtschaften, ergreifen Wasserversorger, Provinzen und zuständige Ministerien zusätzliche Maßnahmen. Dazu gehören die Anpassung des Betriebs der Wehre an den Rheinarmen sowie die Vorbereitung zur Installation weiterer Pumpen. Die Schleusen sollen seltener geöffnet werden, um das Eindringen von Salzwasser zu reduzieren – was jedoch längere Wartezeiten für die Schifffahrt zur Folge hat.
In mehreren Regionen gelten zudem bereits Einschränkungen für die Entnahme von Grundwasser und Wasser aus Flüssen und Kanälen. Die Nutzung von Wasser zur Bewässerung ist daher vielerorts untersagt oder eingeschränkt.
Die Behörden betonen gleichzeitig, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung weiterhin sichergestellt sei und keine Gefahr bestehe.
Mitte Juni begann in Europa eine ungewöhnliche Hitzewelle. In zahlreichen Ländern stiegen die Temperaturen auf bis zu 40 Grad Celsius, stellenweise sogar darüber. Die höchste Warnstufe (Rot) wurde in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Italien ausgerufen.
Mehr zum Thema – Rekord-Temperaturen in Europa: Schon mehr als 10.000 Hitzetote