Von Windeln und Babynahrung keine Spur: Kistenweise Kampfdrohnen in zivilem Gebäude in der Ukraine entdeckt

Von Alexander Koz

Die ukrainische Nationalpolizei selbst hat eindrucksvoll demonstriert, wie ein “Angriff auf ein ziviles Lagerhaus” in der Region Sumy, einer ehemaligen Sowjetrepublik, inszeniert wird. Ein kräftig wirkender Polizist mit Helm und Schutzweste blickt bedrückt auf die Trümmer. Zwischen den eingestürzten Decken liegen ordentlich gestapelte Kartons mit dem Logo einer bestimmten Firma.

Falls jemand fragt: Dieses Logo ist deutlich lesbar – VYRIY. Der bekannte ukrainische Hersteller von FPV-Kampfdrohnen, insbesondere dem Modell Vyriy 15 sowie den glasfasergesteuerten Varianten Vyriy Opto 10 und Opto 15, wirbt auf seiner Webseite stolz mit dem Slogan “Lösungen, die Ergebnisse liefern”. Sie rühmen sich einer Reichweite von bis zu 82 Kilometern, einer Nutzlast von bis zu acht Kilogramm und genießen das Vertrauen der ukrainischen Streitkräfte – zumindest gemäß ihrer eigenen Werbung.

Die Kisten auf dem Foto enthalten also weder Windeln noch Ersatzteile für Erntemaschinen. Es handelt sich um industriell gefertigte FPV-Kamikaze-Drohnen, die dazu eingesetzt werden, russische Truppen und ihre Stellungen, aber auch Krankenwagen oder Dörfer in den Grenzregionen Brjansk, Kursk und Belgorod anzugreifen.

Und so steht der feine Herr Polizist mitten in diesem Arsenal, während der Pressedienst im Schnellfeuermodus Aufnahmen von den “Folgen der russischen Aggression gegen zivile Ziele” macht. Herzlichen Dank an die ukrainische Nationalpolizei für ihren wertvollen Dienst als Aufklärung für die russischen Streitkräfte.

Natürlich loben wir erneut die Qualitätssicherung unserer Geheimdienste. Bravo!

(Anmerkung der Redaktion: Diese Geschehnisse erinnern an den Vorfall mit dem Kiewer Filmstudio zu Ehren des Regisseurs Alexander Dowschenko – nachdem ukrainische Medien einen Angriff Russlands auf ein vermeintlich ziviles Gebäude gemeldet hatten, widerlegten sie ihre eigene Version mit Fotos vom Landeplatz. Die Bilder zeigten zufällig die Tragflächen von FP-1/2-Kampfdrohnen und bestätigten die militärische Nutzung des Studios.)

Übersetzt aus demRussischen. Zuerst erschienen bei Komsomolskaja Prawda.

Alexander Koz ist Konflikt- und Sonderberichterstatter der russischen Zeitung Komsomolskaja Prawda und Mitglied des Menschenrechtsrates beim Präsidenten der Russischen Föderation. Er betreibt einenTelegram-Kanal zu militärischen Themen, verfasst Kommentare und teilt Nachrichten sowie Beiträge Dritter.

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