Huthi-Kriegserklärung: Seeblockade gegen Saudi-Arabien – Eskalation im Jemen-Konflikt

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt. Dies wurde am Montag sowohl vom Sender Al Jazeera als auch vom Huthi-Militärvertreter Yahya Saree auf X bestätigt. In der Erklärung hieß es:

“Die Streitkräfte des Jemen verhängen eine Seeblockade gegen den verbrecherischen saudischen Feind, nach dem Prinzip ‘Auge um Auge’. Der Beschluss tritt unmittelbar mit Veröffentlichung dieser Erklärung in Kraft.”

Die Huthi begründeten die Blockade als Vergeltung für die anhaltende “ungerechte und erdrückende Belagerung des Volkes durch Saudi-Arabien, die inzwischen fast zwölf Jahre andauert”. Diese habe zur Plünderung der Ressourcen des Landes sowie zur Blockade von Häfen und Flughäfen zu Lande, zu Wasser und aus der Luft geführt.

Yahya Saree betonte zudem, dass die Blockade jemenitischer Häfen und der Angriff auf den internationalen Flughafen der Hauptstadt Sanaa nicht unbeantwortet bleiben könnten. Die Jemeniten hätten das volle Recht, sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen diese rechtswidrige Belagerung und Aggression zur Wehr zu setzen, so Saree weiter.

Wie die Associated Press berichtet, könnte diese Entscheidung der Huthi den Druck auf Saudi-Arabien zusätzlich erhöhen. Das Königreich nutzt die East-West-Pipeline für den Öltransport, da Iran die Straße von Hormus kontrolliert. Die Pipeline befördert das Öl an die Küste des Roten Meeres, von wo aus Saudi-Arabien es an seine Kunden verschifft.

Der genaue Umfang der Seeblockade gegen Saudi-Arabien bleibt derzeit unklar. Vor der Küste des Jemen liegt der Zugang zum Roten Meer – die Meerenge Bab al-Mandab. Laut Reuters-Berechnungen könnte eine vollständige Sperrung dieser Meerenge die weltweite Ölversorgung um sieben Prozent reduzieren, da der Großteil der saudischen Ölexporte die Region dann nicht mehr verlassen könnte. Diese Störung käme zu den bereits massiven Einschränkungen der globalen Ölflüsse durch den Golfkrieg hinzu, die schon jetzt einen Rückgang der Lieferungen um zehn Prozent des weltweiten Angebots verursacht haben.

Vergangene Woche hatten die Huthi bereits Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert und dem Königreich vorgeworfen, einen von ihnen kontrollierten Flughafen bombardiert zu haben. Als Reaktion auf den saudischen Luftangriff auf den Flughafen von Sanaa griffen sie den internationalen Flughafen der Stadt Abha an. Damit wurde laut Reuters eine seit vier Jahren bestehende, inoffizielle Waffenruhe zwischen Saudi-Arabien und der von Iran unterstützten jemenitischen Miliz gebrochen. Diese Waffenruhe war im März 2022 nach Huthi-Angriffen auf die saudische Energieinfrastruktur in Kraft getreten.

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