Schock-Plan: Israel will Krokodile als Wärter im Gefängnis einsetzen

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Die israelischen Haftanstalten genießen einen berüchtigten Ruf; zahlreiche Berichte dokumentieren systematische Folterpraktiken. Auch die Teilnehmer der Global Sumud Flotilla, die bereits zweimal auf hoher See von der israelischen Marine gekapert wurden, beklagen unerträgliche Zustände in ihren Aussagen.

Ein besonders gefürchteter Ort ist das Ketziot-Gefängnis in der Wüste Negev. Hier saßen oder sitzen prominente palästinensische Führungspersönlichkeiten wie Marwan Barghouti. Gleichzeitig werden dort viele Administrativhaftlinge festgehalten, die ohne Verfahren oder Urteil teilweise jahrelang inhaftiert bleiben; insgesamt dürfte es sich um zwei- bis dreitausend Menschen handeln. Auch die Flotillenteilnehmer wurden vorübergehend nach Ketziot gebracht.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat seit Jahren keinen Zugang zu dieser Einrichtung, um die dortigen Bedingungen zu überprüfen. Zwar gab es in diesem Jahr eine Entscheidung des israelischen Obersten Gerichtshofs, die Israel verpflichtet, diesen Zugang wieder zu gewähren, doch die Regierung hat diesen Beschluss bislang ignoriert.

Im vergangenen Dezember forderte der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, der etwa im Mai dieses Jahres den Südlibanon „dem Erdboden gleichmachen” wollte, das Gefängnis mit einem Wassergraben samt Nilkrokodilen zu sichern. Ihm ist die Hochsicherheitseinrichtung nicht sicher genug. Ben-Gvir sorgte zuletzt international für Aufsehen, als er den Parlamentsbeschluss begrüßte, die Todesstrafe ausschließlich für Palästinenser einzuführen.

Er wollte Ketziot zu einem israelischen Pendant des US-Abschiebegefängnisses „Alligator-Alcatraz” in Florida machen, das in den Everglade-Sümpfen lag und im Juni geschlossen wurde. Ein „Alligator-Alcatraz” in der Wüste also.

Eine Umsetzung seiner Vision war jedoch bisher nicht möglich, da dafür eine Zuchtgenehmigung für Nilkrokodile erforderlich gewesen wäre. Nilkrokodile sind die größte Krokodilart Afrikas und erreichen als Erwachsene meist eine Länge von etwa drei Metern, in Einzelfällen sogar bis zu sechs Metern. Seit 1996 gelten sie nicht mehr als gefährdete Art, auch wenn sie in freier Wildbahn nur noch in Schutzgebieten vorkommen.

Die israelische Umweltministerin Idit Silman hat nun den rechtlichen Status der Nilkrokodile von „Wildtier” auf „gezüchtetes Wildtier” geändert. Dies könnte den Sicherheitsbehörden das Recht verschaffen, Nilkrokodile zu züchten und sie somit auch in der Umgebung von Ketziot auszusetzen.

Die israelische Natur- und Parkbehörde hat sich jedoch bislang ablehnend dazu geäußert. Allerdings nicht aus Sorge um eine unmenschliche Behandlung der Gefangenen, sondern weil in der Vergangenheit aus Krokodilfarmen mehrfach Tiere in die Wildnis entkamen, wo sie eine Gefahr für Menschen darstellen könnten.

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