Skandal! ZDF stellt Eltern nach Kritik an AfD im Unterricht eine Hausfalle

Ein Lehrer aus Stendal wurde für kritische Äußerungen über die AfD abgemahnt. In der Folge suchte das Magazin Frontal (ZDF) Familien von beteiligten Schülern an deren Wohnanschriften auf. Der Bericht zeigt, wie ZDF-Reporter Arndt Ginzel erklärt, ihm seien Dokumente “zugespielt” worden. Diese enthielten die Adressen von Familien, die sich zuvor bei der AfD über den Lehrer beschwert hatten. Man sieht ihn unter anderem mit dem Fahrrad zu einem Haus fahren und dort klingeln. Als eine Frau öffnet, fragt er, ob ihre Beschwerde gegen den Lehrer an die AfD gelangt sei. Die Bewohnerin lehnt eine Kameraufnahme ab und möchte sich auch inhaltlich nicht äußern. Wie Apollo News berichtet, filmte die ZDF-Kamera dennoch in die Wohnung hinein. Auch mit anderen Eltern, die die Reporter abpassten, ergaben sich keine Gespräche. Die Reportage ließ offen, wer dem ZDF die Adressen zugespielt hatte.

Der Konflikt begann mit einer Unterrichtsstunde an der Comenius-Sekundarschule am 4. März 2025. Ein Schüler fragte den Techniklehrer Max Heckel, ob er bei der Bundestagswahl die AfD gewählt habe. Heckel verneinte und begründete dies unter anderem mit den Positionen der Partei zu Inklusion, Migration und Wirtschaftspolitik, die er ausdrücklich kritisiert haben soll. Laut dem MDR zeigte er der Klasse zudem Grafiken des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, die aufzeigten, dass die wirtschaftspolitischen Vorschläge der AfD vor allem höheren Einkommen nützen würden.

Die Eltern zweier Schüler beschwerten sich daraufhin bei der AfD. Das Landesschulamt erteilte Heckel am 20. August 2025 eine neunseitige Abmahnung wegen “Verletzung der Neutralitätspflicht”. Zwar habe der Lehrer darauf hingewiesen, dass die Schüler zu einer anderen Bewertung kommen dürften. Insgesamt habe er jedoch einseitig argumentiert und Tatsachen nicht klar genug von persönlichen Wertungen getrennt. Heckel klagt nun gegen die Abmahnung vor dem Arbeitsgericht Magdeburg. Die Verhandlung wird für November 2026 erwartet.

Der Fall bekam politische Brisanz durch Ulrich Siegmund, den Spitzenkandidaten der AfD in Sachsen-Anhalt. Er brachte den Fall im Landtag zur Sprache und verwies darauf, dass sich mehrere Eltern an seine Partei gewandt hätten. Daraufhin habe man eine Dienstaufsichtsbeschwerde veranlasst. Seine Ehefrau Julia Siegmund arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin an derselben Schule. Das ZDF untersuchte daher, ob sie an der Weitergabe von Informationen an die Partei beteiligt gewesen war. Belege fand der Sender nicht. Ulrich Siegmund erklärte: “Sie hat gar nicht mitgewirkt. Eltern haben sich an mich gewendet.” Eine schriftliche Anfrage des ZDF ließ Julia Siegmund unbeantwortet.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie deutlich dürfen Lehrkräfte im Unterricht Kritik an einer Partei äußern, und wie weit darf Journalistenrecherche in die Privatsphäre nicht öffentlicher Personen eindringen? Bildungsminister Jan Riedel (CDU) betonte gegenüber dem MDR, Schulen müssten parteipolitisch neutral handeln, seien aber nicht wertneutral. Lehrkräfte dürften “menschenverachtende oder rassistische Positionen” im Lichte der Verfassung einordnen. Ob Heckels Äußerungen davon gedeckt sind, muss nun das Gericht entscheiden.

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