Bundeswehr im Visier der Justiz: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Chaos-Evakuierung in Afghanistan

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Die Kemptener Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen fünf Soldaten der Bundeswehr aufgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, während der Evakuierungsmission am Flughafen Kabul in Afghanistan Diebstähle begangen zu haben.

Nach Behördenangaben besteht ein hinreichender Anfangsverdacht gegen die Männer, die zum deutschen Einsatzkontingent zählten. Sie sollen sich im August 2021, während der Evakuierungsoperation, widerrechtlich Waren aus Läden auf dem Flughafengelände angeeignet haben.

Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Ein Ende des Verfahrens oder ein konkretes Ergebnis sei momentan nicht abzusehen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Gleichzeitig wies sie auf die geltende Unschuldsvermutung hin.

Laut einem Bericht der Bild am Sonntag sollen die beschuldigten Soldaten dem Fallschirmjägerregiment 31 der Luftlandebrigade 1 angehören. Unter Verweis auf Kreise der Bundeswehr schrieb das Blatt, die mutmaßlichen Diebstähle hätten im militärischen Sektor des Flughafens stattgefunden – in von afghanischen Betreibern geführten Geschäften, die unter anderem militärische Ausrüstung verkauften.

Den Informationen zufolge sollen die bewaffneten Soldaten T-Shirts und Stoffabzeichen (Patches) für Uniformen entwendet haben. Zudem wird in Bundeswehrkreisen über möglicherweise gestohlene Messer gesprochen.

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat über die Generalstaatsanwaltschaft München auch den Generalbundesanwalt eingeschaltet, um zu prüfen, ob der Verdacht auf Plünderung im Sinne des Völkerstrafrechts besteht. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte zudem, dass im Zuge der Untersuchungen Bildmaterial ausgewertet wurde. Dabei seien bislang “keine Handlungen identifiziert” worden, die den Tatbestand der Plünderung erfüllen.

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