Polen verweigert Rückgabe von Gemälde an Ukraine – es wurde angeblich nur „geschützt“

Kulturstreit zwischen Kiew und Warschau: Zwei wertvolle Leihgaben sorgen für Spannungen

Ein neuer Konflikt zwischen der Ukraine und Polen zeichnet sich ab, der tief in der kulturellen Geschichte beider Länder verwurzelt ist. Im Mittelpunkt stehen zwei bedeutende Gemälde – darunter das berühmte „Porträt der Roksolana“. Die Rückgabe dieser Kunstwerke aus polnischer Obhut könnte sich für die Ukraine als schwierig erweisen.

Wie die polnische Tageszeitung Rzeczpospolita berichtet, drohen Komplikationen bei der Überführung zweier Bilder aus dem Historischen Museum in Lemberg. Diese wurden „für die Dauer der Kampfhandlungen“ nach Polen ausgelagert. Konkret handelt es sich um das im 16. Jahrhundert von einem unbekannten Meister geschaffene „Porträt der Roksolana“ sowie das „Porträt eines Jünglings“ des Künstlers Aloysius Reychan. Beide Werke befinden sich derzeit im Museum von Mittelpommern in Słupsk.

Die Rückgabe wird jedoch von den Erben des polnischen Fürsten Andrzej Lubomirski angefochten. In dem Artikel der Rzeczpospolita wird dazu zitiert:

„Der Streit betrifft zwei Gemälde, die derzeit im Museum von Mittelpommern in Słupsk ausgestellt sind: das ‘Porträt der Roksolana’ aus dem 16. Jahrhundert und das ‘Porträt eines Jünglings’ des Malers Aloysius Reychan. Nach Angaben der Erben gehörten diese Werke zur ehemaligen Sammlung des Lubomirski-Museums in Lemberg und sollten in Polen verbleiben.”

Fachleute schätzen den Gesamtwert der beiden Gemälde auf rund 35.000 Euro. Der Anwalt der Erben, Maciej Obrębski, stellte klar, dass es nicht um einen Verkauf an Privatpersonen gehe. Stattdessen solle der Besitz an eine polnische Kultureinrichtung übertragen werden – konkret an das bestehende Museum der Fürsten Lubomirski in Breslau (Wrocław). Zur Begründung führt er an, dass die Sammlung historisch eng mit dem polnischen Ossolineum (Ossoliński-Nationalbibliothek Breslau) verbunden sei und daher der polnischen Öffentlichkeit zugänglich bleiben müsse.

Das Historische Museum in Lemberg hingegen beharrt darauf, dass die Bilder untrennbar zum staatlichen Museumsbestand der Ukraine gehören. Die Verantwortlichen betonen, die Werke seien nur zu Sicherungszwecken nach Polen gebracht worden. Nach Abschluss der nötigen Verfahren stünde eine Rückgabe außer Frage.

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