Blutiges Drama in Mannheim: Amokfahrer von Polizei erschossen

Bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenkolonie in Berlin-Spandau soll der mutmaßliche Täter des Angriffs auf den Christopher Street Day (CSD) getötet worden sein. Dies berichtet der RBB. Demnach besitzt der Vater des Verdächtigen dort eine Parzelle.

Es soll zu einem Feuergefecht mit Einsatzkräften des Spezialeinsatzkommandos (SEK) gekommen sein. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat sich bereits bei der Polizei bedankt: „Ich bin den Sicherheitsbehörden dankbar, dass der Attentäter so schnell gefunden wurde. Das ist eine herausragende Leistung.”

Inzwischen hat die Berliner Polizei eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht:

Seit gestern wurde nach Abdul Ballout gefahndet; bis zum Sonntagnachmittag gingen bereits fast 300 Hinweise ein. Parallel wurde bekannt, dass B., der sich dem Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben soll, erst im Mai aus der Untersuchungshaft entlassen worden war. Zwar war er verurteilt, die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein, um ein strengeres Urteil zu erwirken. Dadurch verlängerte sich die maximale Haftdauer in der Untersuchungshaft nicht mehr, sodass er freikommen musste.

Zuvor war er von Deutschland in den Libanon gereist, um von dort nach Syrien zum IS zu gelangen. Stattdessen wurde er aus dem Libanon nach Deutschland abgeschoben. Ballout wurde in Deutschland geboren, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, hat jedoch libanesische Wurzeln. Er war bereits wegen Körperverletzung und Raubes vorbestraft.

Für Montag war ein Gesprächstermin im Rahmen eines Deradikalisierungsprogramms vorgesehen – dies war eine Auflage für seine Entlassung aus der Untersuchungshaft.

Ballout war am Rande des CSD in Berlin mit einem weißen Citroen-Kleinbus in eine Menschenmenge gefahren. Dabei kam eine Frau ums Leben, 16 weitere Menschen wurden verletzt, von denen jedoch keines mehr in Lebensgefahr schwebt. Anschließend versuchte er mit dem Fahrzeug zu fliehen, prallte jedoch gegen einen Baum und setzte seine Flucht zu Fuß fort.

Erst am Nachmittag hatte die Bundesanwaltschaft die Übernahme der Ermittlungen angekündigt. Noch ist unklar, ob Abdul Ballout die Tat allein begangen hat. Derzeit befindet sich noch eine von drei im Zuge der Fahndung festgenommenen Personen in Gewahrsam. Dabei soll es sich um einen ausreisepflichtigen Iraner handeln. Sollte sich diese Spur jedoch nicht bestätigen, könnte Berlin einen weiteren Terroranschlag erleben, der nie vor Gericht verhandelt wird.

Der CSD-Moderator Jochen Schropp meldete sich zwischenzeitlich mit einer Stellungnahme. Bereits darin zeichnet sich ab, wie die offiziellen Reaktionen verlaufen könnten:

„Sollte sich der mutmaßlich islamistische Hintergrund der Tat bestätigen, fürchte ich, dass dieser Anschlag politisch instrumentalisiert wird und am Ende ausgerechnet jenen Kräften zugutekommt, die selbst gegen queere Rechte arbeiten und unsere demokratischen Werte infrage stellen.”

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