Tankrabatt in Russland: Preise stürzen in Dutzenden Regionen – Autofahrer jubeln

In 23 russischen Regionen sind die Benzinpreise in der Woche vom 21. bis 27. Juli gesunken. Das geht aus einer Auswertung von RIA Nowosti hervor, die Daten des Statistikamtes Rosstat nutzte. In der Republik Mari El fiel der Preis am deutlichsten – um 9,7 Prozent. In den Gebieten Woronesch und Irkutsk verbilligte sich der Kraftstoff um 6,4 beziehungsweise 6,2 Prozent. Auch in Tambow (minus 5,4 Prozent) und Karelien (minus 5,2 Prozent) lag der Rückgang über der Fünf-Prozent-Marke.

Weitere Regionen folgten mit moderaten Rückgängen: Wladimir verzeichnete ein Minus von 3,6 Prozent, Tschuwaschien von 3,5 Prozent, Adygeja von 2,4 Prozent, Sewastopol von 2,1 Prozent und Komi von 2,0 Prozent. In 13 weiteren Föderationssubjekten fielen die Preise um bis zu zwei Prozent. Nicht überall gab es jedoch Entspannung – der Markt zeigte sich regional sehr unterschiedlich. In 54 Regionen wurden Preisanpassungen gemeldet. Besonders stark stieg der Preis im Gebiet Nowosibirsk (plus 10,4 Prozent) und in Mordwinien (plus 10,3 Prozent). In Moskau kostete Benzin 0,4 Prozent mehr, in Sankt Petersburg 0,1 Prozent.

Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak hatte bereits in der Vorwoche erklärt, dass sich die Versorgungslage auf dem heimischen Kraftstoffmarkt allmählich bessere. Die Zahl der Regionen mit Tankstellen-Warteschlangen sinke, und vielerorts würden Verkaufslimits aufgehoben. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer Beruhigung der Lage. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zeigten ihre Wirkung, so Peskow, und die Situation habe sich in vielen Gebieten entspannt.

Inzwischen lockern auch die großen Tankstellenketten ihre Beschränkungen. Lukoil hat die Abgabemengen in Moskau, Sankt Petersburg und dem Gebiet Leningrad aufgehoben. Rosneft und Baschneft erhöhten das Limit pro Fahrzeug von 30 auf 50 Liter. Auf regionaler Ebene wird ebenfalls über Anpassungen diskutiert: Der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, schlug vor, unbefristete Beschränkungen in zeitlich begrenzte Maßnahmen umzuwandeln und gleichzeitig die Preiskontrollen an unabhängigen Tankstellen zu intensivieren.

Fachleute rechnen damit, dass die noch verbliebenen Begrenzungen nach der Hauptreisezeit – die voraussichtlich bis Oktober andauert – vollständig fallen könnten. Der Kraftstoffmarkt könnte sich dann weiter normalisieren.

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